Test: Laco Monte Carlo – Fliegerchrono im klassischen Design

Fliegeruhren mit Stoppfunktion sind selten, so bot sich ein Hands-on-Praxistest des Laco Monte Carlo Fliegerchronos förmlich an, da die Uhr in Deutschland unter Verwendung eines soliden Schweizer Automatikwerkes gefertigt wird.

Das Design der Laco Monte Carlo orientiert sich am üblichen Fliegeruhrendesign
Die immerhin 44 mm durchmessende und 15 mm hohe Uhr schmiegt sich sanft ans Handgelenk
Die Krone trägt ein Laco-Signet, die Drücker sind mit einer Einfassung geschützt
Das Großserien-Automatik-Chronographenwerk gehört zu den robustesten Uhrwerken überhaut
Ablesbarkeit ist Trumpf, und zwar bei Tag …
… und bei Nacht
Auch die Dornschließe trägt den Laco-Schriftzug
Ausgeliefert wird der Laco Monte Carlo Automatik-Chronograph in einem schmucken Reiseetui

Laco gehört zu den großen Traditionsfirmen des deut­schen Uhrenmarktes und hat gerade bei Flieger­uhren eine bedeutsame Historie vorzu­wei­sen, was lange noch nicht jede Firma von sich be­haupten kann, die heutzutage Fliegeruhren anbietet. Die Monte Carlo ist die klassischste Variante der der­zeit von Laco im Fachhandel sowie direkt im Laco-Webshop unter www.laco.de lieferbaren Automatik-Chrono­graphen.

Unboxing

Beim Eintreffen der Laco Monte Carlo konnten wir kaum erwarten, die schmucke Schatulle zu öffnen und die Uhr anzulegen: Eine klassisch gestaltete Flie­geruhr einer großen Marke liegt nicht jede Wo­che zum Test vor. So begegnete uns in der Verpa­ckung ein wunderschöner Flieger­chrono mit stilmäßi­ger Gestaltung und perfekter Ablesbarkeit.

Design

Das Design der Laco Monte Carlo orientiert sich am üblichen Fliegeruhrendesign und bietet somit kei­nen hohen Marken- sondern stattdessen einen Gat­tungs-Wiedererkennungswert. Ich zumindest habe mich so an das klassische Fliegeruhrendesign ge­wöhnt, dass ich es auch hier als völlig harmonisch empfinde. Das Firmenlogo hält sich auf dem Ziffer­blatt vornehm zurück und ist lediglich aufgedruckt, was mir sehr gut gefällt. Außerdem trägt die Krone ein Laco-Signet und die Bandschließe einen Laco­Schriftzug.

Die Ablesbarkeit ist bei Tag und bei Nacht exzellent. Da die mitlaufende kleine Sekunde der Uhrzeit rot ab­gesetzt ist, besteht keinerlei Verwechslungsge­fahr mit den weißen Zeigern der Stoppfunktion, de­ren Sekundenzeiger eine rote Spitze hat und so mit der mitlaufenden Sekunde korrespondiert. Normaler­weise stören mich persönlich weiße Datums­scheiben hinter schwarzem Zifferblatt, hier die­nen sie der Ablesbarkeit und die optische Integra­tion finde ich in diesem Fall gelungen, da sich so ein Gegengewicht zu den weiß aufgedruck­ten Totalisatorenskalen ergibt.

Technik

Beim Valjoux 7750 handelt es sich um ein echtes Chronographenwerk mit integrierter Stopp­funktion und Kulissenschaltung. Dieses Groß­serien-Automatik­werk gehört zu den robustesten Uhrwer­ken überhaut, solange man es nicht fehlbedient und auch ansonsten vernünftig behandelt. Nennens­werte Gangab­weichungen zeigt es normalerweise selbst nach Jahren nicht, so dass eine Chronometer­version meiner Meinung nach bei die­sem Uhrwerk verzichtbar ist.

Im Laco Monte Carlo Fliegerchrono wird das 7750 mit allen Anzeigen genutzt, also Stunden, Minuten, kleine Sekunde sowie Stoppsekunde, 30-Minuten- und 12-Stundenzähler, hinzu kom­men Datum und Wo­chentag. Das sind insgesamt immerhin 8 Funktio­nen. Selbstredend darf man weder beide Stoppuhrdrücker gleichzeitig drücken, noch das Da­tum gegen Mitternacht verstellen. Ansonsten ist die­ses mechanische Uhrwerk mit seiner hohen Gangre­serve von rund 40 Stunden unproblematisch in der Handhabung, eine Automatikuhr eben: Bewe­gung tut Not, Batteriewechsel nicht.

Ausstattung

Eingeschalt wurde das Schweizer Chrono­graphen­werk in Deutschland – natürlich von Laco selbst – in ein schmuckes Gehäuse mit Glas­boden, damit man das mechanische Uhrwerk mit seinem Aufzugs­rotor betrachten und auch zeigen kann. Der Boden ist vollflächig ver­schraubt, die handliche und dennoch gut bedienbare Krone nicht. Dafür sind die wesentlich anfälligeren Drücker mit einer Einfas­sung geschützt.

Die Monte Carlo ist bis 5 Bar druckfest, was einer sta­tischen Wassertiefe von 50 m entspricht, damit ist der Chronograph hinreichend gegen Wasserein­bruch im Alltag geschützt, was Autowaschen, Garten­arbeit oder Geschirrspülen angeht. Dennoch würde ich persönlich eine Uhr mit 5 Bar Druckfestig­keit nicht beim Wassersport überstrapazie­ren, es ist ja keine Taucheruhr und die Druckverhältnisse beim Wasserski bei­spielsweise sind völlig andere, als die praktisch nicht vorhan­dene Wassertiefe ver­muten lässt.

Beim Uhrband handelt es sich um ein ausgespro­chen massiv und fett wirkendes Lederband: Ich hatte im ersten Moment einen richtigen Widerwillen, eine Uhr mit einem solch starren Band anzulegen – doch dann kam die Überra­schung: Das Band ist un­glaublich weich und anschmiegsam und beinahe schon Kauf­anreiz genug für diese Uhr.

Handling

Der Tragekomfort der immerhin 44 mm durchmessen­den und 15 mm dicken Uhr ist dank ei­nes für die Größe erstaunlich geringen Gewichtes von nur 120 Gramm mit Lederband erstaunlich hoch, hierzu tragen sowohl die ergonomisch herunter­gezogenen Bandanstöße als auch das für die Bauart ausgesprochen anschmiegsame Leder­band mit seiner hervorragenden Verarbeitung bei. Da lässt sich sogar die Dornschließe verschmerzen, da ich jedenfalls bei einem so komfortablen Tragege­fühl nicht so schnell auf die Idee komme, die Uhr bei jeder Gelegenheit abzulegen.

So ist der Laco Monte Carlo Chrono mit seiner hervor­ragenden Ablesbarkeit bei Tag und bei Nacht, seinem kratzfesten Gehäuse, dem robusten Saphir­glas und dem angenehmen Tragegefühl rundum all­tagstauglich. Dennoch würde ich dieser Uhr nicht al­les zumuten und sie spätestens beim Golfspielen oder Holzhacken ablegen – doch dass sollte zumin­dest jedem Uhrenliebhaber klar sein. Ansonsten gibt es grünes Licht für den Alltag.

Wertigkeit

Die Monte Carlo nur als Alltagsuhr einzusetzen, ist beinahe zu schade. Die wunderschön klassische An­mutung macht sie auch im beruflichen Umfeld ge­sellschaftsfähig und die bekannte, aber in keiner Weise protzige Uhrenmarke trägt ihr Übriges zum gu­ten Eindruck bei, den man mit dieser Uhr macht. Schämen braucht man sich mit der Laco am Arm nir­gendwo, ganz im Gegenteil, sie geht auch da noch, wo eine überkandidelte Luxusuhr nicht ange­bracht ist (Mallorca am Strand …) und auch dort, wo eine billige Quarzuhr fehl am Platze ist (Abitur­feier der Kinder …).

So braucht man sich über den sicher ordentlichen Wiederverkaufswert eigentlich keine Gedanken zu ma­chen, sondern kann die Uhr einfach tragen – dank ihrer Kratzfestigkeit des Uhrglases, der Polier­barkeit des Stahlgehäuses und der hohen Verbrei­tung des Uhrwerkes mit der daraus resultierenden Servicefreundlichkeit ist dies einfach eine gute Uhr zum Tragen.

Fazit

Eigentlich ist im vorigen Abschnitt schon alles ge­sagt: Beim Laco Monte Carlo Chronographen han­delt es sich um eine durchweg alltagstaugliche und langlebige Automatikuhr einer angesehenen Marke mit exzellentem Tragekomfort zu einem sehr fairen Preis. Ein Klassiker ist es obendrein. Eine Uhr fürs Le­ben. Was will das Uhrenliebhaberherz mehr?

Test, Text und Fotos: René Roland Katterwe

Bezugsquelle

Firma: Laco GmbH

Straße: Rastatter Straße 8

Ort: 75179 Pforzheim

Tel.: +49 (0) 7231 1575 0

Mail: kontakt@Laco.de

Web: www.laco.de

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