Hands-On-Test Schaumburg Watch AQM Bullfrog Chrono: Stopp, diese Uhr ist schräg!

Schaumburg Watch AQM Bullfrog Chronograph, darüber das Dreizeiger-Modell

Der Schaumburg Watch AQM Bullfrog Chronograph ist bei ausgewählten Juwelieren und direkt online beim Hersteller unter www.schaumburgwatch.com erhältlich. Außerdem gibt es noch eine Dreizeigeruhr und eine GMT-Variante. Besonderheit aller ist der abgeschrägte Gehäuseboden für eine bessere Ablesbarkeit am Handgelenk.

Ähnlichkeit unverkennbar: Unsere Test-Exemplare der Bullfrog-Familie
Marmoriertes Lederband im Vintage-Stil mit Titanschließe
Das Schaumburg Watch Wappen schmückt den verschraubten Titanboden
Diesen Frosch nimmt man gern in die Hand
Der Bullfrog Chrono wirkt harmonisch am Arm und lässt sich exzellent ablesen
Ärmeltauglich: Das im Mittel 15,5 mm hohe Gehäuse des Bullfrog-Chronographen
Das graue Zifferblatt passt wunderbar zum gefälligen Titangehäuse
Wie jede Bullfrog wird auch der Chrono mit Reise-Uhrenbeweger geliefert

Die neueste Aquamatik-Uhrenserie der Uhrenkleinmanufaktur Schaumburg Watch aus Rinteln im Schaumburger Land ist reichlich schräg geraten: Der getestete Chronograph orientiert sich am Ochsenfrosch, dem “Bullfrog”, und wirkt durch seinen abgeschrägten Gehäuseboden, als wäre er ständig auf dem Sprung, was für eine Stoppuhr ja bisweilen auch stimmt.

Unboxing

Der vermeintliche Brocken mit 42 mm Durchmesser und 14,75 bis 16,25 mm Höhe entpuppt sich am Arm als Leichtgewicht: Der Chronograph ist 1,5 mm höher und mit 80 Gramm inklusive Band nur 10 g schwerer als die Dreizeigervariante der Automatikuhr. Als echte Bullfrog-Uhr besitzt auch der Chronograph ein Automatikuhrwerk und wird mit einem hochwertig verarbeiteten Reise-Uhrenbeweger ausgeliefert.

Design

Wie schon bei der Dreizeigervariante erwähnt, hat Schaumburg Watch mit der Bullfrog eine in sich schlüssig gestaltete Uhrenserie kreiert, die gerade im Falle des Chronographen einen hohen Wiedererkennungswert unter Uhrenfreunden erreichen kann. Es ist gar nicht so einfach, bei den unendlichen Designvarianten auf dem Uhrenmarkt noch eine gewisse Eigenständigkeit zu erreichen. 

Einmal am Arm, fällt die schräge Gehäuse-Form nur dem Uhrenträger auf, und zwar positiv: Das Drehen des Handgelenkes entfällt, Datum, Uhrzeit und Stoppzeit sind deutlich besser ablesbar. Das gilt sogar, wenn die Uhr auf dem Schreibtisch oder dem Nachtschränkchen liegt. Es ist schon erstaunlich, was 1,5 mm Höhendifferenz erreichen können.

Beim ersten Kontakt mit der Bullfrog hatte mich das schräge Gehäuse nicht direkt angesprochen, doch im Tragetest der Dreizeigervariante habe ich die Gehäuseschräge bereits in den ersten Stunden zu schätzen gelernt. Als ich später dann den Chronographen angelegt habe, empfand ich diesen plötzlich als bildschön und die Schräge als reizvoll. Das Design scheint inspiriert von den 70er Jahren und zeigt dennoch eine Art „Form Follows Function“-Klarheit, auch wenn es sich hier eindeutig nicht um Bauhaus-Design handelt.

Die charmante und klare Gestaltung zieht sich durch die ganze Uhr: So ist das Zifferblatt bei Tag und bei Nacht exzellent ablesbar und das Verwechseln einzelner Zeiger ausgeschlossen. Die markanten Indexe unterstreichen die hervorragende Ablesbarkeit. Das graue Zifferblatt passt wunderbar zum Titangehäuse.

Technik

Das Uhrwerk ist ein alter Bekannter: Das automatische Chronographen-Kaliber Schaumburg Watch SW-50AC basiert technisch auf der unverwüstlichen ETA-Valjoux 7750-Serie. Der kleine Sekundenzeiger gegenüber der Krone ist klein genug geraten, dass ihn flüchtige Betrachter zunächst übersehen und direkt monieren: „Ihre Uhr steht ja!“, dabei weiß der Träger sehr wohl zu schätzen, durch die permanente kleine Sekunde eine Art Funktionskontrolle über die Uhr zu haben.

Der große Sekundenzeiger hingegen ist der Stoppfunktion vorbehalten, dort ist Genauigkeit gefragt. Das kleine Hilfszifferblatt bei 12 Uhr zählt wie üblich der besseren Ablesbarkeit halber bis zu 30 statt 60 Stoppminuten und wird bei längeren Zeitperioden gegebenenfalls mehrfach überrundet. Der Stundentotalisator der Stoppuhr wurde zugunsten einer übersichtlicheren Zifferblattgestaltung weggelassen, da in der Praxis ohnehin meist nur kurze Zeitspannen bis 30 Minuten gestoppt werden.

Ausstattung

Das robuste Titangehäuse ist ein echtes Leichtgewicht und die versenkte Lünette wirkt weitestgehend kratzunempfindlich, ebenso wie die geschützten Stoppdrücker. Das Uhrglas ist innenentspiegelt, der vorbildliche verschraubte Boden trägt eine wunderschöne Prägung mit Schaumburg Watch Wappen, welches sich auch auf der ebenfalls verschraubten Krone wiederfindet. Die solide Titanschließe hat einen deutlich kantigeren Charakter als das eher organisch wirkende Gehäuse und erfüllt zusammen mit dem ansprechenden Lederband ihren Zweck perfekt.

Handling

Das Handling der Uhr könnte nicht besser sein, das Gehäuse ist ein echter Handschmeichler und das Band unglaublich angenehm zu tragen. Nach einer Stunde habe ich fast vergessen, dass ich eine Uhr am Arm trage. Nachdem ich zuvor eine mehr als dreimal so schwere Testuhr getragen hatte, habe ich beim Einsteigen ins Auto erschrocken auf mein Handgelenk gesehen, ob sich die Bullfrog nicht doch von selbigem gelöst hat … Dabei trägt sich der Chronograph fast genauso angenehm wie die Dreizeigeruhr, zumal das Gehäuse bei gleichem Durchmesser gerade einmal 1,5 mm höher und nur 10 Gramm schwerer ist.

Die immensen 20 Bar Druckfestigkeit entsprechen einem statischen Wasserdruck in 200 m Tiefe, die Uhr kann also bedenkenlos beim Hantieren mit Wasser am Arm belassen werden, und die Taucheruhren-Gene erlauben auch den Einsatz beim Wassersport. Die Stoppuhrdrücker darf unter Wasser allerdings nicht betätigt werden, damit kein Wasser in die Uhr eindringt.

Wertigkeit

Der Schaumburg Watch AQM Bullfrog Chronograph sieht am Arm sehr wertig aus, ohne protzig zu wirken. Man erkennt sofort: „Hier handelt es sich um ein graziös gestaltetes, robustes Produkt“, kommt aber nicht so schnell auf die Idee, nach einem Markenlogo zu suchen. Meiner Meinung nach ist der Chronograph in seiner Gestaltung besonders gut gelungen.

Da die Uhr ein Statement an sich darstellt, bedarf sie keiner großen Marke auf dem Ziffernblatt. Der Lebensdauer des robusten Werkes und dem Insiderimage tut dies keinen Abbruch, wohl aber dem Wiederverkaufswert, der im Vergleich zu den großen Marken geringer ausfallen dürfte, denn Schaumburg Watch hat zwar viele überzeugende Uhrenlinien, aber noch kein unverwechselbares Markengesicht. Dafür sind die Qualität und das Preis/Leistungs-Verhältnis so unglaublich gut, dass ich mir über einen späteren Verkauf dieser Uhr keine Gedanken machen und sie einfach tragen würde.

Fazit

Beim Fazit kann ich nur den Eindruck der Dreizeigeruhr wiederholen: Das Gehäuse ist unglaublich leicht, das Band unglaublich angenehm und die Ablesbarkeit unglaublich gut für eine Uhr, die eben nicht nur ein schwarzes Zifferblatt mit weißen Zeigern hat. Das war uns einen Ergonomie-Tipp der Redaktion wert. Da der Chronograph gleichsam markanter und harmonischer als die Dreizeigervarianten ist, gehört hier weniger Mut dazu, sich eine „schräge“ Uhr zu leisten – der Käufer wird sich ganz sicher nicht an ihr leid sehen.

Test, Text und Fotos: René Roland Katterwe

Bezugsquelle

Firma: Schaumburg Watch Gnomonik GmbH

Straße: Kirchplatz 5-6

Ort: 31737 Rinteln

Web: www.schaumburgwatch.com

Shop: www.schaumburgwatch.com/shop.asp

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