Fit für den Alltag

Uhren wie die Magna von L&F Mechanik gibt es wie Sand am Meer. Oder doch nicht? Moment mal, die hat ja ein Automatikwerk und hebt sich damit und mit ihrer Verarbeitung vom Billigsegment ab. Da sie trotzdem nicht die Welt kostet, hat watchguide sie einem ausführlichen Hands-On-Praxistest unterzogen.

Die mehrstufige Gehäuseform bietet Kratzern wenig Angriffsfläche
Zifferblattfarbe und Sekundenzeiger sowie das Uhrband ...
... können online wunschgemäß in 36 Varianten konfiguriert werden
Schönes Zifferblatt mit aufgesetzten Stundenindizes und Zeigerspitzen mit weißer Leuchtmasse
Das Firmenlogo auf der im Gehäuse eingelassenen und somit flankengeschützten Krone
Lang genug für starke Männerarme: Metallband mit Sicherheitsschließe
Das zuverlässige, schnörkellose Automatikwerk braucht keinen Glasboden ...
… obwohl es in seiner schlichten Eleganz durchaus nett anzusehen ist
Die rot-schwarze Uhrenbox passt nicht nur zum Firmenlogo, sondern auch zur Uhr

Bei der Magna von L&F Mechanik handelt es sich von den Funktionen her um eine ganz normale Dreizeigeruhr mit Datum. Das Automatikwerk benötigt weder Batterie noch tägliches Aufziehen, sondern wird durch die Armbewegungen mit Energie versorgt.

Unboxing

Der erste Eindruck beim Öffnen der schmucken Uhrenbox: Die L&F Mechanik Magna ist eine schöne, unauffällige und dennoch eigenständig gestaltete Uhr mit ungewöhnlich kleinem Zifferblatt in Relation zur stattlichen Gehäusegröße. Eine Uhr für den Alltag, in der die Zeit aufgrund des massiven Gehäuses gut bewahrt, ja beinahe wie im Tresor gepanzert wirkt. Zifferblattfarbe und Sekundenzeiger sowie das Band können im Onlineshop unter www.lf-mechanik.de wunschgemäß in 36 Varianten konfiguriert werden.

Design

Die L&F Mechanik Magna ist eine zeitlose, dezent charmante Uhr mit liebevollen Details, beispielsweise auf das schöne Zifferblatt aufgesetzten Stundenindexen und dem Firmenlogo auf der Krone. Es lohnt sich also, beim Design zweimal hinzusehen. 

Zweimal hinsehen muss man bisweilen leider auch beim Ablesen der Uhrzeit, so gering ist der Kontrast der stark verspiegelten Uhrzeiger zum ebenfalls recht stark spiegelnden Zifferblatt. Zum Glück tragen die Zeiger an ihrer Spitze einigermaßen großflächig aufgetragene weiße Leuchtmasse, welche die Ablesbarkeit deutlich unterstützt. Schön gelöst ist die ungewöhnliche Datumsanzeige, welche die Funktion der sich unter dem Zifferblatt drehenden Datumscheibe erkennen lässt.

Technik

Die L&F Mechanik Magna hat ein rundum zuverlässiges mechanisches Automatikwerk Miyota 8217 mit 21 Lagersteinen. Die Schwingungsfrequenz der taktgebenden Unruh liegt mit 6 Hz bzw. 21.600 Halbschwingungen pro Stunde in der Mitte der bei Handaufzugsuhren üblichen 5 Hz und der bei Schweizer Automatikuhren üblichen 8 Hz.

Da es sich beim verwendeten Uhrwerk um ein Standarduhrwerk ohne spezielle Finissierung handelt, wurde bei dieser Alltagsuhr auf einen Glasboden verzichtet. Schade eigentlich, denn mir gefällt das nüchterne Werk mit seinem skelettierten Rotor in seiner schlichten Eleganz ganz gut.

Die Servicefreundlichkeit unterscheidet sich trotz der etwas geringeren Verbreitung praktisch nicht von der eines Standarduhrwerks aus der Schweiz, die mechanische Störanfälligkeit halte ich aufgrund des leichteren Aufzugsrotors ebenfalls für sehr, sehr gering. Hier treten einfach geringere Kräfte auf als bei einem Uhrwerk mit massiverem Rotor. Man sollte mit einer solchen Automatikuhr am Arm zwar generell nicht Holz hacken, ansonsten stehen die Chancen für das Uhrwerk ganz gut, auch den rauesten Alltag unbeschadet zu überstehen.

Ausstattung

Das Gehäuse besteht aus dem für Uhren meist verwendeten Edelstahl 316 L, für eine Alltagsuhr ist dieses das Material der Wahl. Auch der Gehäuseboden besteht aus Stahl und ist verschraubt, das Band und die Krone sind es leider nicht, doch diese ist wenigstens in das Gehäuse eingelassen und somit ganz gut geschützt, ohne das Design durch einen massiven Flankenschutz zu stören. Die fehlende Verschraubung des Bandes erleichtert wenigstens die Montage eines Ersatzbandes. Da die Uhr nicht allzu schwer ist, kann man mit ihr dennoch bedenkenlos schwimmen gehen, wenn ein wasserfestes Band montiert ist.

Handling

Die 42 mm große und 13 mm dicke L&F Mechanik Magna bietet mit ihrem gebürsteten, abgeschrägten Gehäuse eine tolle Haptik. Das Tragegefühl ist aufgrund der Größe, der Formgebung und des leicht gewölbten Bodens exzellent, zumal die Uhr ohne Band gerade einmal 85 g wiegt. Für eine massive Uhr dieser Größe ist das erstaunlich wenig.

Das Metallband ist lang genug für starke Männerarme und muss in den meisten Fällen sicher gekürzt werden. Außer einer Feineinstellung für Sommer / Winter bietet es eine Verlängerung für das Tragen über dem Neoprenanzug, obwohl es sich bei dieser L&F-Automatikuhr nicht explizit um eine Taucheruhr handelt, zumal die Krone nicht verschraubt ist.

Die Magna ist bis 10 ATM wasserfest, das entspricht einer Wassertiefe von 100 m bei statischem Druck. Die Uhr selbst schmiegt sich ganz gut ans männliche Handgelenk, das anfangs extrem steife Lederband mit Krokoprägung weniger; es ließ sich aber bereits nach nur einem Tag Tragetest deutlich angenehmer tragen. Dafür macht es einen sehr robusten Eindruck.

Wertigkeit

Die L&F Mechanik erreicht nicht die Wirkung einer Premiummarke, wirkt aber keinesfalls wie eine Billiguhr. Die ungewöhnliche, mehrstufige Gehäuseform bietet Kratzern wenig Angriffsfläche, kaschiert diese ganz gut und die Oberfläche lässt sich gegebenenfalls leicht wieder aufpolieren.

Durch den konsequenten Direktvertrieb wird die Uhr preisstabil verkauft und ist somit wertstabil, der Wiederverkaufswert dürfte angesichts der wenig bekannten Marke dennoch nicht allzu hoch sein, was sich angesichts des sehr günstigen Preises verschmerzen lässt. 

Fazit

Die L&F Mechanik ist eine Schönheit auf den zweiten Blick. Sie ist eine Uhr zum Tragen, nicht zum Sammeln. Uhrmacherische Finessen sucht man vergebens, doch alle für den Alltag wünschenswerten Eigenschaften sind vorhanden. Über die fehlende Verschraubung der Krone lässt sich bei diesem Preis hinwegsehen. Das Design finde ich außerordentlich gut gelungen, auch wenn dieses einer nur durchschnittlichen Ablesbarkeit geschuldet ist. Eindeutige Stärken dieser Uhr sind das robuste Gehäuse, das kratzfeste Saphirglas und das zuverlässige Uhrwerk. Wenn Ihnen die L&F Mechanik Magna gefällt, können Sie diese bedenkenlos kaufen.

Test, Text und Fotos: René Roland Katterwe

Bezugsquelle

Firma: L&F Mechanik

Straße: Gropiusstraße 3

Ort: 31137 Hildesheim

Onlineshop: www.lf-mechanik.de

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