Das Zifferblatt ist klar, übersichtlich und mit beige-grüner Leuchtmasse belegt
Die Pilot 42 von Archimede in der Version H ohne Markenlogo auf dem Zifferblatt
Mit gut 70 Gramm ist die Uhr insbesondere gegenüber einer Rotgolduhr ein Leichtgewicht
Mit heruntergezogenen Bandanstößen trägt sich die Uhr erstaunlich komfortabel
Auf der Krone findet sich das Herstellerlogo
Das historisch anmutende Lederband ist wahlweise in Schwarz und Braun erhältlich
Auch die Dornschließe ist aus Bronze
Im Edelstahl-Gehäuseboden zeigt sich das Automatikwerk unter Glas
Beim Öffnen der schmucken Uhrenbox schimmert die Archimede Pilot 42 H Bronze rotgolden

Die Pilot 42 von Archimede gibt es in unterschiedlichen Ausführungen mit und in der Version H ohne Markenlogo auf dem Zifferblatt. Hersteller der Archimede-Uhren ist der Gehäusezulieferer Ickler, der diese und andere Marken als Eigenmarken vorwiegend online vertreibt. Erhältlich sind die Uhren unter www.archimede-uhren.de in unterschiedlichen Zifferblattvarianten mit Automatik- oder Handaufzugswerk im Bronze- und Stahlgehäuse mit 36, 39, 42 oder 45 mm Durchmesser.

Unboxing

Beim Öffnen der schmucken Uhrenbox schimmert die Archimede Pilot 42 H Bronze wie eine rotgoldene Edeluhr. Nimmt man sie in die Hand und dreht sie um, so zeigt sich das Automatikwerk unter Glas im Edelstahl-Gehäuseboden.

Design

Fliegeruhren geben nur wenig Spielraum für Designvariationen, so ist das seltene Bronzegehäuse in diesem Fall das entscheidende Designelement. Das Zifferblatt ist klar, übersichtlich und mit beige-grüner Leuchtmasse belegt, was den edlen Vintage-Charakter dieser Fliegeruhr unterstreicht.

In der historischen Version mit dem H im Modellnamen verzichtet diese Fliegeruhr auf ein Herstellerlogo auf dem Zifferblatt. Dass sich dieses auf der Krone findet, gefällt mir persönlich sehr gut. Zeiger sowie die Ziffern und Indexe sind klassisch auf dem Zifferblatt angeordnet, des weiteren gibt es noch ein Baumuster B mit großer Minuten- und kleiner Stundenskala sowie passend verkürztem Stundenzeiger – natürlich ebenfalls ohne Logo auf dem Blatt.

Technik

Zwar gibt es die Archimede Pilot 42 auch mit mechanischem Handaufzugswerk, wir haben uns dennoch für die Automatikversion entschieden, denn eine Uhr dieser Preisklasse landet selten als Sammleruhr im Tresor oder der Vitrine und viel häufiger am Arm.

Bei dem eingeschalten ETA 2824-2 handelt es sich um eines der zuverlässigsten Groß­serienuhrwerke überhaupt, das Uhrwerk ist als „Traktor“ bekannt und arbeitet nach einem halben Jahr Einlaufzeit je nach Tragegewohnheit Jahre oder Jahrzehnte ohne Service.

Das aufgeräumte Zifferblattdesign verzichtet auf die technisch eigentlich mögliche Datums­anzeige. So kann die Uhr auch sporadisch oder nur zu besonderen Anlässen getragen werden, ohne dass jedesmal das Datum neu gestellt werden muss. Der eine oder andere wird es im Alltag dennoch vermissen.

Ausstattung

Das Gehäuse der Pilot 42 H von Archimede besteht aus CuSn8, also Bronze. Ist diese wie bei der Testuhr nicht oberflächenversiegelt, setzt sie eine wunderbare Patina an, die bei regelmäßigem Tragen der Uhr wunderschöne Schattierungen auf dem samtigen Metallgehäuse ergibt. Im Innern muss solch ein an der Luft oxidierendes Metall natürlich versiegelt sein, damit das Uhrwerk keinen Schaden nimmt.

Zahlreiche Sonderausstattungen ermöglichen es, die Uhr zu individualisieren. So ist eine Bodengravur für 80 Euro Aufpreis genauso möglich wie ein massiver Stahlboden für 45 Euro Aufpreis anstelle des Glaseinsatzes oder ein geschwärzter Rotor für satte 160 Euro, um die Standard-Finissierung des soliden Uhrwerkes ein wenig aufzupeppen.

Wesentlich interessanter finde ich persönlich anstelle des flachen Mineralglases den Einsatz eines gewölbten, kratzfesten und beidseitig entspiegelten Saphirglases – welches allerdings einen deutlichen Aufpreis von 140 Euro bedeutet.

Das historisch anmutende Lederband ist wahlweise in Schwarz und Braun erhältlich und kann für faire 40 Euro Aufpreis mit einer Stahl-Faltschließe ausgestattet werden – also eher eine Option für die Stahlversion.

Handling

Die Archimede Pilot Bronze gibt es derzeit mit 42 und 39 mm Gehäusedurchmesser, wir haben die in dieser Gehäusefarbe am Arm sehr harmonisch wirkende 42-mm-Variante zum Test gewählt. Sie trägt sich mit ihren heruntergezogenen Bandanstößen erstaunlich komfortabel, lediglich beim Lederband würde ich persönlich ein weicheres Leder bevorzugen – dafür ist dieses Band allerdings tadellos verarbeitet und macht einen außerordentlich dauerhaften Eindruck, was selbst bei teuren Bändern edler Premiummarken bisweilen nicht der Fall ist. Zudem kostet ein Ersatzband mit Bronzeschraube und Bronze­schließe gerade einmal 100 Euro.

Ich weiß nicht, ob der Eindruck täuscht, doch das Bronzegehäuse fühlt sich offenbar durch die geringere Dichte wesentlich angenehmer an als ein Stahlgehäuse, haptisch ist es beinahe ein dem Titangehäuse vergleichbarer Hand­schmeichler, ohne durch ein allzu geringes Gewicht zu irritieren. Mit gut 70 Gramm ist die Uhr insbesondere gegenüber einer Rotgolduhr ein Leichtgewicht, besonders in dieser Größe. Für eine Uhr ist es meiner Meinung nach geradezu das Idealgewicht.

Was die Alltagstauglichkeit angeht, so würde ich diese schöne Fliegeruhr persönlich mit dem gewölbten Saphirglas ausstatten lassen, ich kenne mich: Ich ärgere mich über jeden Kratzer in einem Mineralglas, die meisten Uhrenkäufer stört es jedoch wenig oder sie gehen sorgsamer mit ihren Uhren um, was bei der Archimede Pilot 42 H Bronze noch aus einem anderen Grund angeraten ist: Die Krone ist leider nicht verschraubt und bietet auch keinen Flankenschutz, was das Design ja komplett zunichte machen würde. Auch hier gilt also: Wer sorgsam mit seiner Uhr umgeht, braucht sich keine Gedanken zu machen.

Bei der Druckfestigkeit zeigt sich die Pilot 42 H Bronze wieder von ihrer besten Seite: 5 Bar Druckfestigkeit entsprechen einer (statischen) Wassertiefe von 50 m und reichen für den Alltag völlig aus. Mit einer automatischen Fliegeruhr geht man ja nicht in die Sauna oder unter den Wasserstrahl eines Hochdruckreinigers.

Ein weiterer Pluspunkt ist die großflächig aufgebrachte Leuchtmasse auf dem Zifferblatt und den Zeigern: Die Archimede-Fliegeruhr ist bei Tag und bei Nacht jederzeit zweifelsfrei ablesbar.

Wertigkeit

Da Fliegeruhren historische Vorbilder haben, punkten sie durch Zeitlosigkeit. Auch in Jahrzehnten wird eine Fliegeruhr immer wie eine Fliegeruhr aussehen. Da sie somit von Modeströmungen unbeeinflusst ist, wird sie ihren Wert behalten und darf sowohl gesammelt als auch getragen werden. Die Servicefreundlichkeit des langzeitzuverlässigen Großserienwerkes steht einem regen Alltagseinsatz jedenfalls nicht entgegen.

Vom Image her ist eine Uhr ohne Logo immer schwer einzuordnen und genau das macht sie in meinen Augen interessant: Der Laie weiß nicht, was er vor sich hat, und der Insider kennt Archimede alias Ickler als zuverlässigen Uhrenhersteller.

Fazit

Die Preisrange der Automatikversionen der Archimede Pilot beginnt bis auf die 45-mm-Variante zum Testzeitpunkt bei günstigen 620 Euro, da ist der Aufpreis von 200 Euro für das Bronzegehäuse und von 40 Euro für den Entfall des Markenlogos locker zu verschmerzen, immerhin erhält der Käufer mit der Pilot 42 H Bronze eine grundsolide und weitestgehend alltagstaugliche Uhr mit 5 ATM Druckfestigkeit. Natürlich müssen bei diesem günstigen Preis gegenüber Topmodellen einige Kompromisse in der Ausstattung gemacht werden, die den Gebrauchswert der Uhr jedoch kaum schmälern. So verleiht die watchguide-Redaktion der Archimede Flieger 42 H Bronze einen Preis-Tipp: Wo sonst gibt es so viel Automatikuhr für so wenig Geld – noch dazu im individuellen Inkognito-Gewand?

Test, Text und Fotos: René Roland Katterwe

Bezugsquelle

Firma: Archimede - Ickler GmbH

Straße: Hirsauerstr. 214

Ort: 75180 Pforzheim

Web: www.archimede-uhren.de

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