Test: Jean Marcel Melior 290.60.65.18 – Dali lässt grüßen

Die Jean Marcel Melior 290.60.65.18 ist mit ihrer ungewöhnlichen Gehäuseform und ihrem außergewöhnlichen Zifferblatt die richtige Uhr für Künstler und andere Schöngeister.

Eine Uhr (nicht nur) für die schönen Stunden des Lebens
Die geschwungene Gehäuseform macht die Melior zur außergewöhnlichen Uhrenserie
Trotz des eigenwilligen Designs ist die Melior stets hervorragend ablesbar
Mit ihrem gewölbten Saphirglas gibt die Melior am Handgelenk eine gute Figur ab
Die kleine Krone ist zwar nicht verschraubt, aber auch nicht allzu exponiert dem Alltag ausgesetzt
Alle Jean Marcel Automatikuhren haben eine ergonomische Doppelfaltschließe
Fast genauso schön wie die Vorderseite ist die Rückseite der Melior
Die Jean Marcel Melior wird in einer schmucken Uhrenbox geliefert

Die Jean Marcel Melior ist an sich schon eine ganz besonders gestaltete Uhrenlinie, die Referenz 290.60.65.18 setzt mit ihrer in Dali-Manier flie­ßen­den Tages- und Datums­anzeige noch das passende i-Tüpfelchen obendrauf. Die Melior ist in streng limitierter Auflage von weltweit 300 Exemplaren direkt im Online-Shop des Herstellers erhältlich unter: www.jeanmarcel.com

Unboxing

Beim Auspacken der Melior begegnet dem Käufer eine wunderschöne Uhr, die geradezu einem Kunstwerk gleicht. Dabei ist sie weit weniger verspielt als andere künstlerisch gestaltete Uhren und lässt keinen Zweifel daran aufkommen, ob sie denn auch alltags­tauglich ist.

Design

Die Jean Marcel Melior-Serie hat ein tonneau­förmiges Gehäuse mit rechteckigem Zif­fer­blatt. Diese ungewöhnliche Form ver­leiht ihr einen eigenen Charakter mit hohem Wieder­er­ken­nungswert. In der getesteten Version hat sie wunderschön plakative und künstlerisch anmu­tende ara­bische Zahlen und eine unge­wöhnlich fließend schräge Datums- und Wochen­tags­anzeige, welche die Uhr zu einem Kunstwerk machen.

Im Vergleich zu den anderen Uhren der Melior-Serie ist gut sichtbar, wie die Ziffer­blattgestaltung allein den Charakter einer Uhr völlig verändern kann. So reicht die Bandbreite der Melior-Serie von klassisch bis modern, zurückhaltend edel bis auffällig plakativ. Nie jedoch wirkt sie plump oder unharmonisch, was eine Kunst für sich ist. Dank Leuchtmasse auf Zeigern und Ziffer­blatt ist die Nachtablesbarkeit bei allen Varianten hervorra­gend.

Technik

Das Uhrwerk JM A38 auf Basis auf des Schweizer Großserienwerkes ETA 2836-2 mit automa­tischem Rotoraufzug bietet einen Sekunden­stopp zum genauen Einstellen der Uhrzeit sowie eine Datumsanzeige. Die Beson­derheit dieses Uhr­wer­kes ist die zu­sätz­liche Wochentags­anzeige, die weder das oft verwen­dete ETA 2824-2 noch das extra flache 2892-2 bietet.

Ausstattung

Das bis 5 ATM (entsprechend 50 m statischer Wassertiefe) druckfeste Gehäuse bietet einen mit 4 Schrauben verschlossenen Stahlboden mit Glas­einsatz, unter dem der robuste Dauerläufer betrachtet werden kann. Die Krone ist leider weder verschraubt noch sonst wie geschützt, aber wenigstens so klein und flach gestaltet, dass sie nirgends anecken dürfte. Das einseitig ent­spiegelte Saphirglas besitzt als Allein­stel­lungs­merk­mal ein erst durch Anhauchen sichtbar werdendes Markenlogo, unverkennbares Zei­chen der Originalität dieser Uhr.

Die Jean Marcel Melior ist mit Metall- und Lederband erhältlich, beide haben eine ergono­mische Doppelfaltschließe mit Drüc­kern auf bei­den Seiten. Sowohl das dunkelblaue, etwas heller abgesteppte Original Horween 1905 Leder­band als auch das Milanaise-Metallgeflechtband passt wun­der­bar zur Uhr. Da Standard-Band­anstöße vorhanden sind, kann prinzipiell sogar jedes Standardband angebracht werden, auch wenn ich persönlich an solch hochwertigen Uhren das Originalband bevorzuge.

Handling

Trotz der immensen Uhrwerkshöhe des JM A38 von 5,05 mm (zum Vergleich: Das ETA 2824-2 misst lediglich 3,6 mm) ist die gesamte Uhr mit 12 mm Bauhöhe zum einen recht flach geraten und passt sich mit ihrem gewölbten Glas und dem ebenfalls gewölb­ten Boden recht gut ans Handgelenk an – und das erstaunlicherweise, obwohl auch der Boden konvex statt konkav ausgeformt ist.

So erweist sich die recht massive und mit rund 100 g inklusive Band für ein Dreizei­ger­modell auch vergleichsweise schwere Uhr als wahrer Handschmeichler. Man spürt die Uhr zwar stets am Arm, aber niemals unan­genehm.

Wertigkeit

Die Jean Marcel Melior Uhrenlinie ist eine weitere tolle Serie des Schweizer Herstellers. Die Wertigkeit wird durch die eingravierte Limitie­rungsnummer in der Gehäuseflanke unter­­strichen. Wer eine außergewöhnlich gestaltete Uhr mit künstlerischen Flair und robuster Technik sucht, sollte hier zugreifen, zumal der Preis für eine Schweizer Uhr dank Direktvertrieb um einiges günstiger ausfällt, als von vergleichbaren Uhren beim Juwelier gewohnt.

Fazit

Bei Designobjekten bin ich immer etwas zwiespältig, da ich die Alltagstauglichkeit stets höher bewerte. So bin ich von der Jean Marcel Melior 290.60.65.18 geradezu begei­stert, da es sich hier nicht um eine Designeruhr mit mehr oder weniger guter Technik, sondern um eine erstklassige Schweizer Uhr mit ausgereifter Tech­nik und extravagantem Design als Bonus handelt – in erster Linie ist die Melior einfach eine rundum alltagstaugliche und langlebige Armband­uhr und erst in zweiter Linie eine Designeruhr. Da Uhren jedoch meist auf­grund ihres Design ge­kauft werden, darf der geneigte Uhren- oder Kunstliebhaber hier ohne Reue zugreifen.

Test, Text und Fotos: René Roland Katterwe

Bezugsquelle

Firma: Jean Marcel Montres GmbH

Straße: Schulstr. 10

Ort: 76532 Baden-Baden

Web: www.jeanmarcel.com

517efb333