Test: Jean Marcel Somnium 295.60.42.03 – Uhrwerksrevolution elegant verpackt

Der Jean Marcel Somnium Chronograph ist einer der flachsten Automatik-Chronographen der Welt.

Das Zifferblatt harmoniert wunderbar mit dem grauen Kalbslederarmband mit Krokoprägung
Das vermeintlich einfach graue Zifferblatt offenbart beim näheren Hinsehen eine feine Struktur
Die JM-Doppelfaltschließe bietet sicheren Halt
Einen so leichten Chronographen hatte ich noch nie am Arm, auch nicht als Handaufzugs-Stopper
Das Gehäuse ist schön klassisch geformt und mit rechteckigen Drückern versehen
Jean Marcel: Logo und Schriftzug auf der Edelstahlschließe
Um die ganze Schönheit des verzierten Uhrwerkes zu zeigen ...
... ist der Boden vollflächig verschraubt und mit einem ausreichend großen Sichtfenster verglast
Geliefert wird die Jean Marcel Somnium in einer schmucken Uhrenbox

Wirkliche Revolutionen beginnen meist im Verborgenen und die meisten Neuheiten beschränken sich in der Uhrenwelt auf immer neue Designs, die im Grunde alle schon so ähnlich dagewesen sind. So besitzt der getestete Jean Marcel Somnium Chronograph mit dem JM A10 ein revolutionäres Schweizer Uhrwerk als Antrieb, basierend auf dem neuen ETA 2894-2, dem flachsten Automatik-Chronographenwerk der Welt mit großem Rotor. Dies ist deshalb revolutionär, da als Großserienuhrwerk bis vor kurzem nur noch die deutlich größere und höhere Valjoux-7750-Baureihe erhältlich war und selbst flache Handaufzugs-Chronographen selten geworden sind. Der Somnium-Chrono ist direkt im Online-Shop des Herstellers erhältlich unter: www.jeanmarcel.com

Unboxing

Beim Auspacken der Testuhr bin ich regelrecht erschrocken und habe den ultraleichten Jean Marcel Somnium Chronographen erst einmal auf die Waage gelegt: Gut 90 g mit Band, 70 für das Gehäuse, 20 für das Band mit Doppelfaltschließe. Einen so leichten Chronographen hatte ich noch nie am Arm, auch nicht als Handaufzugs-Stopper.

Design

Der Jean Marcel Somnium Chronograph ist zum Start in zwei Zifferblattvarianten mit unter­schiedlichen Metall- bzw. Lederbändern und in streng limitierter Auflage von weltweit 300 Exemplaren erhältlich, gerade die getestete Version harmoniert wunderbar mit dem grauen Kalbslederarmband mit Krokoprägung. Das ver­meintlich einfach graue Zifferblatt offenbart beim näheren Hinsehen eine feine Struktur.

Während das Markenlogo sich zurückhält und nur aufgedruckt ist, sind die Indexe aufwendig aufgesetzt. So ergibt sich ein zurückhaltend elegantes Design, wie es sich besser kaum machen lässt. Lediglich die ebenfalls grauen Zeiger heben sich bei der anderen Version mit schwarzem Blatt und grünen Ziffern besser ab, hier hätte ich mir persönlich silberne Zeiger für die Uhrzeit gewünscht, oder weiße wie bei der kleinen Sekunde, der Stoppminute und der Stoppstunde. Dank Leuchtmasse auf Zeigern und Zifferblatt ist die Nachtablesbarkeit bei beiden Varianten hervorragend.

Das Gehäuse ist schön klassisch geformt und mit rechteckigen Drückern versehen, welche eine markante Note in den edlen Stil bringen. Die für Chronographen etwas klein ausgefallene Krone ist weder verschraubt noch geschützt, bietet mit ihrer geringen Größe aber auch keine unnötige Angriffsfläche und harmoniert wunderbar mit dem flachen Gehäuse. Da Krone und Drücker recht tief liegen, drücken sie so auch nicht unangenehm ins Handgelenk.

Technik

Chronograph hin oder her – eine stattliche 43 mm durchmessende Uhr mit nur 11,2 mm Höhe zu bauen, ist allein schon eine Kunst, erst Recht mit Stoppfunktion. Möglich ist dies, da es sich um ein völlig neu konstruiertes integriertes Chrono­graphenwerk handelt. Während viele Modul­kaliber bisher ein Stoppmodul auf dem 2892-2 trugen, basiert das 2894-2 auf eben diesem Uhrwerk und bringt die Chrono­graphenfunktion gleich mit, ohne die Not­wendigkeit, ein Modul mit zusätzlicher Bauhöhe und Ankopplungs­problemen aufzu­flanschen.

Die Anordnung der Funktionen bei diesem Uhrwerk sind gekonnt und erinnern an die sogenannte Trikompax-Anordnung. Gegenüber dem Valjoux 7753 haben die kleine Sekunde und die Stoppminute die Plätze getauscht – eine Anordnung, die mir sehr gut gefällt. Auch das Datum findet sich wie vom 7753 gewohnt zwischen 4 und 5 Uhr – meine Meinung nach eine Idealplatzierung beim Tragen der Uhr am linken Arm.

Ausstattung

Der Jean Marcel Somnium Chrono ist bis 10 ATM druckfest, was einer Wassertiefe von 100 m entspricht. Damit outet sich die Uhr als robuste Alltagsuhr, was durch das einseitig entspiegelte Saphirglas noch unterstrichen wird. Es bietet zudem als Alleinstellungsmerkmal ein erst durch Anhauchen sichtbar werdendes Markenlogo als unverkennbares Zeichen der Originalität dieser Uhr.

Das Gehäuse des Jean Marcel Somnium Chrono­graphen ist nicht nur vorbildlich flach, sondern auch erstklassig verarbeitet – das edel gebürs­tete Gehäuse hat eine gleichsam schmuck wie intelligent geformte Lünette, die sich im Alltag als recht unanfällig gegen Kratzer erweisen wird.

Der Boden ist – wie es sich für eine solche Uhr gehört – vollflächig verschraubt und natürlich mit einem ausreichend großen Sichtfenster verglast, um die ganze Schönheit des verzierten Uhr­werkes zu zeigen – es wäre wirklich zu schade, dieses kleine Meisterwerk hinter Stahl zu verstecken.

Handling

In so leichter Ausgabe lasse ich mir einen Chronographen gefallen. Der Jean Marcel Somnium ist dermaßen leichtgewichtig, dass ich beim Tragetest mehrfach erschrocken auf mein Handgelenk gesehen habe, ob die Uhr noch da ist – andere mechanische Uhren geben durch ihr Gewicht quasi eine permanente Rückmeldung, dass sie noch da sind, die nicht einmal 100 g des JM-Chronos spürt man am Handgelenk kaum, gerade mit dem wunderschön zur Uhr passenden grauen Band.

Wertigkeit

Mit dem getesteten Lederband wirkt der Jean Marcel Somnium Chronograph sehr, sehr elegant und edel. Das Stahlgehäuse ist recht unanfällig gegen Kratzer gestaltet und kann jederzeit wieder aufpoliert werden. In Verbindung mit dem alltagstauglichen Großserienuhrwerk sollte es kein Problem sein, die bis 10 Bar druckfeste Uhr immer am Handgelenk zu tragen, sei es im Alltag, im Beruf oder zu besonderen Anlässen, denn selbst da macht sie eine gute Figur und wird sicher so manchem Uhrenliebhaber als eine ganz besondere Uhr ins Auge fallen.

Fazit

Als Redakteur habe ich jede Menge Uhren in der Hand gehabt. So ist es selten, dass mich eine neue Uhr begeistert. Diese Uhr hat alles, um selbst solch einen „abgeklärten“ Uhrenredakteur wie mich vollends zu begeistern: Ein außergewöhnliches Uhrwerk, die richtige Größe, das richtige Gewicht und vor allem die richtige Bauhöhe. Schade, dass ich für den nächsten Test wieder eine andere Uhr tragen darf.

Test, Text und Fotos: René Roland Katterwe

Bezugsquelle

Firma: Jean Marcel Montres GmbH

Straße: Schulstr. 10

Ort: 76532 Baden-Baden

Web: www.jeanmarcel.com

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