Test: Kronaby Sekel – Smartwatch einmal anders

Eine Smartwatch sieht aus wie ein Tamagochi, hat ein Touch-Display und muss jeden Abend ans Ladegerät. Richtig? Nun, es geht auch anders: Elysee präsentierte in Basel mit der Kronaby eine Connected Watch, die uns so begeistert hat, dass wir sie gleich zum watchguide Hands-on-Praxistest eingeladen haben.

Diese Uhr ist eine Smartwatch mit vielen Funktionen und weiß diese gut zu verstecken
Von allem Seiten betrachtet sieht sie einfach aus wie eine normale Uhr
Auch am Arm wirkt die Kronaby Sekel wie eine gewöhnliche, edle Uhr
Das Hilfszifferblatt hat es in sich
Mit der kostenlosen Kronaby-App aus dem Appstore können die Zeiger konfiguriert …
… und die Drücker mit Zusatzfunktionen wie „Find my Phone“ belegt werden.
Der verschraubte Boden deutet auf solide Verarbeitung hin, die Uhr ist bis 10 Bar druckfest!
Das qualitativ hervorragende Lederband trägt eine signierte Dornschließe
Geliefert wird die Kronaby Sekel in einer kleinen Uhrenbox mit winziger Anleitung

Die Kronaby Sekel sieht aus wie eine normale Uhr und ist auch eine solche – na ja, beinahe jedenfalls. Wenn da nicht die ein oder andere interessante Zu­satzfunktion wäre, die sie mit dem Smartphone verbin­det ... Die Kronaby Connected Watches aus Schweden sind in Deutschland in unterschiedlichen Varianten und Größen demnächst erhältlich von Ely­see unter: elysee-uhren.de, derzeit finden Sie die Modelle noch ausschließlich unter: www.kronaby.com

Unboxing

Die Kronaby Sekel ist da und mein neues Handy start­klar. Wo ist die Anleitung. Nanu, da steht ja nur, was ich nicht mit der Uhr machen darf, aber wie akti­viere ich die Uhr samt Funktionen? Ach ja, das ist ja ein Smart Device, also einfach mal im Google Play Store gesucht und die Kronaby App gefunden. Das ist selbst für Nicht-mehr-Jugend­liche selbsterklä­rend, wenn man Englisch kann.

Design

Was für eine Uhr! Hier denkt niemand aus der Ferne an eine Smartwatch, lediglich Uhrenkenner wundern sich über die etwas eigenartige Krone bzw. die Drücker bei den abgespeckten Versionen ohne Zu­satzzifferblatt. So ist diese Connected Watch ganz bewusst edelstes schwedisches Unterstate­ment. Im Vordergrund stehen die Funktionalität und die Ablesbarkeit, die sogar nachts ausgezeichnet ist. Auch der Zifferblattaufdruck lässt keine Verbindung zum Handy vermuten.

Mir kommt das edle schwedische Design der Kro­naby Sekel entgegen. Eigentlich mag ich keine Smart­watches, doch diese Connected Watch ist der Hit, denn ich mag durchaus auch klassisch edel und unauffällig gestaltete Uhren und Kronaby ist die Gestaltung seiner verbin­dungsfreudigen Uhren mei­ner Meinung nach besonders gut gelungen. In Fach­kreisen wird diese Uhrengattung auch als smarte Analoguhr oder Hybridwatch bezeichnet.

Technik

Was für eine Uhr! Die Zeit wird nicht eingestellt, son­dern kalibriert. Per Fingerdreh auf dem Smartphone. Leider in der falschen Reihenfolge: Erst der Minutenzeiger, dann der Stundenzeiger dar­unter. Egal, ich habe es trotzdem hinbe­kommen. Dafür stimmt die Zeit auch beim Wechsel der Zeit­zone.

Wir haben die Edelversion mit zusätzlichem Hilfsziffer­blatt zum Test erhalten: Stunden, Minuten, Datum per Knopfdruck auf die Krone und ein Totalisa­tor mit ebenfalls zwei Zeigern für etliche wei­tere Funktionen wie beispielsweise eine zweite Zeitzone. Daneben gibt es auch kleinere Varianten mit nur zwei Zeigern, die sich auch für Damen eig­nen und preiswerter sind. Das Datum wird über die Mi­nuterie am Ziffer­blattrand angezeigt, eine Datums­skala wäre mir lieber, da die Zeiger doch recht genau justiert werden müssen, um das Datum zweifelsfrei ablesen zu können.

Auf dem Hilfszifferblatt kann ich sicher auch die Weck­zeit einstellen? Fehlanzeige, das geht nur per App in der Terminliste, dafür stört die Terminerinnerung per Vibration am Arm niemanden. Doch ein per Knopfdruck an der Uhr bis 59 Minuten einstell­barer Timer ist vorhan­den, der leider nur kurz vibriert, auch hätte ich mir gewünscht, dass er das Hilfszifferblatt nutzt. Eine Stoppfunktion vermisse ich (Start/Stopp und Rückstellen per Doppelklick mit einem Drücker?).

Die anspruchsvollste Funktion ist ganz sicher der Schrittzähler, hier kann ich nämlich vorgeben, jeden Tag 10.000 Schritte laufen zu wollen (da beginnt laut Sporthochschule Köln der Aktivitäts­modus des Körpers), um abends dann fest­zustellen, dass es wie­der nur 2.000 waren, fehlen also noch 8.000. Na ja, wenigstens bekommt man das Desaster bereits tagsüber auf dem Hilfszifferblatt quittiert.

Hilfe, ich bin doch sportlich? Doch mit Schwimmen lässt sich die Kronaby Sekel halt nicht aus der Ruhe bringen und 10 km Radfahren interpretiert sie als rund 1.000 Schritte. Na ja, am Wochenende habe ich dann Samstag und Sonntag jeweils gleich das einstellbare Maxi­mum von 19.000 Schritten über­troffen, ich hatte gerade kein Fahrrad zur Hand, also alles zu Fuß, was ohne Auto ging. Im Schrittzäh­lermodus laufen übrigens beide Zeiger des Hilfs­zifferblattes synchron. Mein Wunsch an Kro­naby: Kann einer der beiden kleinen Zeiger nicht stets als mitlaufende kleine Sekunde konfigu­riert werden?

Beachtlich finde ich übrigens die lange Laufzeit bis zu zwei Jahren, das ist mehr als die doppelte Lauf­zeit vergleichbarer Uhren. Ich mag es einfach nicht, meinen Elektronikzoo samt Tamagochi jeden Abend zu pflegen ... So ist die sinnvollste Funktion in mei­nen Augen „Find your Phone“: Ring … Denn manch­mal kommt das Leben einfach vor dem Smartphone und dank Kronaby bin ich mit meinem Smartphone wieder ein wenig mehr zusammenge­wachsen, zumal ich es endlich überall wiederfinde, wo ich es abgelegt habe. Außerdem lässt sich so ein Anruf simulieren, wenn ich gerade keine Dauerge­spräche am Festnetz oder im Real-Life füh­ren möchte …

Auch prima, dass ich das ganze Handy in einer Be­sprechung oder nur mein Hörbuch per Knopf­druck stummschalten kann, wenn mich beim Walken eine hübsche Dame anspricht und mich zum Kaffee ein­lädt. Schade, dass sich nicht stattdessen die Laut­stärke per Doppelklick wechselbar lauter und leiser einstellen lässt. Spannend ist auch der Geo-Tag-But­ton, damit ich anschließend – immer noch völlig verwirrt – mein Auto wiederfinde, sowie der Go-Home-Button. Ansonsten meldet sich die Uhr brav mit sanftem Vibrieren, wenn meine Geliebte anruft, das muss ja nicht jeder mitbekommen, aber ich be­komme es mit, auch wenn das Handy in der Fotota­sche ist. Dafür kann der Anruf von der Ex einfach un­angekündigt außen vor bleiben.

Und dann hat die SMartwatch noch einen „Feel save 24/7 Modus“. Wenn ich mein SM-Bunny per Knopfdruck anfunke, hat diese sich gefälligst zu mel­den. O. K., diese Funktion ist als SOS-Button viel­leicht doch eher für den sicheren Kontakt zu den eigenen Kindern als den unsicheren Kontakt zu Spiel­gefährtinnen gedacht … aber für welche Ses­sion ist der „Camera Remote“-Button da? Immerhin lässt sich per Doppelklick die Kamera vom Selfie- in den Normalmodus schalten.

Ausstattung

Das 316L-Stahlgehäusse ist bis zu 10 ATM druck­fest, entsprechend einer statischen Wassertiefe von 100 m, was ich für eine Smartwatch mit nicht ver­schraubter Krone und zwei ebensolchen Drückern be­achtlich finde. Das perfekt verarbeitete Leder­band passt wunderbar zur Uhr. Das wunderschöne Lederband ist leider nur mit einer Dornschließe aus­gestattet, doch eine klassische Uhr hat eben keine Faltschließe.

Was die Stoßfestigkeit der Drücker und der Krone an­geht, so würde ich dafür zwar nicht die Hand ins Feuer legen, doch immerhin sind die Drücker ge­schützt, die Lünette schmal genug, um nicht ver­kratzt zu werden, und das gewölbte Saphirglas ist so­wieso kratzfest. Insgesamt halte ich die Kronaby für rundum alltagstauglich.

Handling

Die getestete Variante bietet mit 43 mm einen stattli­chen Durchmesser, der mir am Handgelenk wun­derbar gefällt. Es gibt sogar eine markante Apex-Version und für schmalere Handgelenke unter­schiedliche 38-mm-Varianten auch im Sekel-De­sign. Die Kronaby Sekel wirkt wertig, hat mit 13,5 mm die richtige Höhe und mit 80 g (mit Leder­band) das richtige Gewicht. Sie wirkt schwerer und fla­cher, trägt sich angenehm und ist dennoch am Handgelenk spürbar.

Die Bedienung nervt mich persönlich, ich bin aber auch nicht ganz so Handy-versessen wie die meisten Menschen heutzutage. Wichtig ist eine Internetverbindung, wenn man beispielsweise nach Deaktivierung des Flugmodus die App nutzen möchte sowie je nach Funktion eine Standortfreigabe.

Wertigkeit

Was mir an der Kronaby Sekel besonders gefällt, ist insbesondere das Look & Feel einer klassischen Uhr, da ich ganz sicher niemals eine verspielte oder sonstwie peinliche Smartwatch tragen würde – diese Uhr ist das Gegenteil. Hinzu kommt, dass man mit diesem edlen Design überall eine gute Fi­gur macht, sei es privat oder im Geschäftsleben. Es ist keine Uhr, die Fragen provoziert, aber eine, die im­mer einen guten Eindruck macht.

Fazit

Klar, die Kronaby Sekel bekommt einen Technik-Tipp! Aus Überzeugung! Auch wenn ich persönlich ab und an mit dem Smartphone auf Kriegsfuß stehe – doch die Smartwatch erspart mir den Schrittzähler, das allein ist ein Grund, sie zu kaufen. Dabei ist die Funktionsvielfalt beachtlich, insbesondere ange­sichts der langen Batterielaufzeit von bis zu zwei Jah­ren. Was mir fehlt? Ein Pulsometer, eine Stopp­uhr, eine mitlaufende kleine Sekunde und eine Laut­stärke-Fernbedienung für die Musikwiedergabe. Dass sie gar nicht teurer ist als eine gute Uhr, macht die Kronaby Sekel zusätzlich attraktiv. Den­noch wird es dem ein oder anderen wie mir gehen: Wenn ich mir diese Uhr kaufe, dann kann ich doch keine anderen Uhren mehr tragen, oder?

Test, Text und Fotos: René Roland Katterwe

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