Test: Sinn EZM 7 S – zuverlässig wie die Feuerwehr

Bei Feuerwehreinsätzen kommt es auf jede Minute, ja manchmal sogar auf die Sekunde an – da muss jeder Handgriff sitzen und die Ausrüstung stimmen. Ein nicht zu unterschätzender Ausrüstungsgegenstand ist die Einsatzuhr des Feuerwehrmannes. Versagt diese mitten in der Brandlöschung mit Atemschutzgeräten, wird es nicht nur für zu rettende Personen brenzlig, sondern auch für den Feuerwehrmann selbst. So stellt watchguide den Sinn Einsatzzeitmesser EZM 7 S im ausführlichen Hands-on-Praxistest vor.

Die massive Uhr trägt sich mit Gliederband sehr angenehm
Exzellente Ablesbarkeit trotz der Zusatzskalen
Einseitig drehbar: Lünette mit Minutenrastung und nachtleuchtendem Dreieck als Hauptmarkierung
Farbliche Lünetten-Kodierung mit einer ganzen Reihe von Funktionen
Die Uhr bietet durchbohrte Bandanstöße
Selbstverständlich ist die Krone verschraubbar
Der Boden ist ebenfalls verschraubt
Die solide Faltschließe bietet einen Sicherungsbügel gegen versehentliches Öffnen

Auch wenn der Sinn EZM 7 ein Einsatzzeitmesser ist, so haben wir diese Uhr dennoch nur im Alltag getestet, denn ein Feuerwehreinsatz ist für einen Nicht-Feuerwehrmann kaum durchführbar. Außer dem EZM 7 bietet die Sinn Spezialuhren GmbH aus Frankfurt am Main, mittlerweile ein nicht mehr wegzudenkender Premiumhersteller in der Uhrenlandschaft, eine ganze Reiche weiterer instrumenteller Uhren an, die bei ausgewählten Juwelieren und nach wie vor unter www.sinn.de bei dem Direktvertriebs-Pionier geordert wer­den können.

Unboxing

Einen Uhrentest fange ich sonst kaum mit der Bedienungsanleitung an, diesmal schon. Obwohl es sich beim EZM 7 nicht um einen Chrono­graphen handelt, bietet dieser Einsatzzeitmesser mit seiner farblich kodierten Drehlünette dennoch eine ganze Reihe Funktionen, über die der Feuerwehrmann Bescheid wissen muss – für alle anderen Käufer sind diese Informationen zumindest interessant. Die zweisprachige Bedienungsanleitung hat immerhin fast 50 Seiten – pro Sprache – und enthält zahlreiche Bebilderungen und Tabellen von der Ver­wendung bis zur Einstellung des Armbandes. Vorbildlich! Das die zugehörige Uhrenbox gleich ein Bandmontagewerkzeug enthält, unterstreicht die Professionalität der Uhr.

Design

Den Einsatzzeitmesser EZM 7 gibt es in zwei Varianten: In tegimentiertem Stahl, dessen Oberflächenhärtung besonders kratzfest ist, und als EZM 7 S in einer geschwärzten Variante, die wir als Testmodell gewählt haben, da Schwarz zunehmend angesagt ist und das geschwärzte Gehäuse wunderbar mit dem schwarzen Leder- oder Silikonarmband harmoniert. Das Silikon­band ist in verschiedenen Farben und mit unterschiedlichen Faltschießen erhältlich. Dennoch haben wir uns beim Test für das Gliederband entschieden, welches wie angegossen zu der instrumentellen Uhr passt.

Das auffälligste Designmerkmal: Der EZM 7 besitzt einen farbig kodierten Drehring und erleichtert damit das schnelle Einstellen und Ablesen der wichtigsten Einsatzzeiten für Atemschutzgeräteträger – von CSA bis LPA. Die farbenfrohe Lünette an der dunkelschwarzen Uhr ist also keine Designspielerei, sondern eine funktionelle Notwendigkeit. Dennoch steht ihr diese gut zu Gesicht.

Technik

Es handelt sich beim Einsatzzeitmesser EZM 7 S um eine richtige Männeruhr für solche Männer, von denen man sich gut vorstellen kann, dass sie bei der Feuerwehr stets ihren Mann stehen. Damit sie dies können, ist die Uhr von -45 °C bis +80 °C temperaturresistent, bietet einen Magnetfeldschutz bis 80.000 A/m und eine Ar-Trockenhaltetechnik für erhöhte Funktions- und Beschlagsicherheit, da nur trockene Uhrwerke langzeitstabil funktionieren. Die einseitig drehbare Lünette hat eine Minutenrastung und ein nachtleuchtendes Dreieck als Hauptmarkierung.

Das Wichtigste ist natürlich das mechanische Uhrwerk, der EZM 7 S hat ein sehr zuverlässiges Automatikwerk ETA 2893-2 aus der Schweiz mit 21 Rubinlagersteinen, 28.800 Halbschwingungen pro Stunde und Sekundenstopp. Es ist stoßsicher nach DIN 8308 und antimagnetisch nach DIN 8309. Das Gehäuse erfüllt die technischen Anforderungen der DIN 8310 für Wasserdichtheit, es ist druckfest bis 20 Bar.

Ausstattung

Das Gehäuse des Einsatzzeitmessers ist „sinnvollerweise“ schnörkellos und typisch für die Marke, dafür hat es die Oberfläche in sich: Sie ist tegimentiert und durch diese Oberflächen­härtung auch mit der schwarzen Hart­stoffbeschichtung weitestgehend resistent gegen Kratzer. Zudem ist die Krone verschraubt und die solide Faltschließe bietet einen Sicherungsbügel gegen versehentliches Öffnen. Während das frontseitige, ebenfalls kratzfeste Saphirglas beidseitig entspiegelt ist, sucht man auf der Rückseite vergebens den bei Sammleruhren beliebten Glasboden – wozu auch, es ist ja ein Einsatzzeitmesser und da kommt es auf die Funktionalität an. So ist der natürlich ebenfalls verschraubte Boden leider nicht einmal geschwärzt, aber immerhin nickelfrei. Für mich wäre das glatt ein Grund, die nicht geschwärzte Gehäusevariante zu wählen, obwohl die nur 100 Euro teurere Beschichtung der Uhr wirklich sehr, sehr gut steht. Passend dazu gibt es neben einem robusten Lederband auch ein stabiles Kautschukband. Die Bänder werden nicht am Gehäuse verschraubt, doch die Uhr bietet durchbohrte Bandanstöße, um der Professionalität hier Genüge zu leisten.

Handling

Flach waren die instrumentellen Uhren von Sinn noch nie: Der Einsatzzeitmesser EZM 7 hat bei einer praxisgerechten Gehäusehöhe von 12 mm einen stattlichen Durchmesser von 43 mm, was eine ordentliche Fläche für die Atemschutzgeräteskalen bietet. So ist die Ablesbarkeit trotz der Zusatzskalen exzellent, selbst die zweite Zeitzone auf 24-Stunden-Basis überlädt das Zifferblatt nicht und ist dank grauer Zeigerfarbe stets gut erkennbar.

Das immense Gewicht von über 180 g ist dem Metallgliederband geschuldet, welches etwa die Hälfte des Gewichtes ausmacht. Dennoch trägt sich diese massive Uhr mit dem Gliederband sehr viel angenehmer als vermutet. Auch hier zählt wieder einmal die hervorragende Qualität des Armbandes, welches ein gutes Gegengewicht zur Uhr bildet und so zum erstaunlichen Tragekomfort beiträgt. Ohne Band wiegt die Uhr gerade einmal 90 g, was auch mit Leder- oder Kautschukband mit insgesamt rund 100 g einen guten Tragekomfort bedeutet.

Wertigkeit

Obwohl man sich eine robustere Uhr kaum vorstellen kann, hält sich die Massivität noch in Grenzen. Die Uhr ist also trotz Einsatztauglichkeit auch alltagstauglich und wird dies auch bleiben. Weder das zeitlose Design noch das beschichtete Gehäuse werden sich im Laufe der Jahre allzu sehr abnutzen und in Verbindung mit dem sehr zuverlässigen Automatik-Uhrwerk handelt es sich bei dem Einsatzzeitmesser EZM 7 S um eine Uhr fürs Leben, die ganz sicher nur in Ausnahmefällen in den Service muss und an der insbesondere Feuerwehrmänner einen verlässlichen Begleiter haben. Lediglich die Trockenhaltekapsel muss regelmäßig überprüft und bei Bedarf getauscht werden, ein Service des weit verbreiteten Uhrwerkes wird auch in Jahrzehnten kein Problem werden.

So stellt sich die Frage nach dem Wiederverkaufswert bei dieser Uhr eigentlich nicht, doch angesichts des im Laufe der Jahre stetig gewachsenen Markenimages braucht man sich hier ohnehin keine Gedanken zu machen.

Fazit

Wer als Feuerwehrmann diese Uhr stets am Arm trägt, wird sicher auch in seiner Freizeit darauf angesprochen. Hier liegt der Haken an dieser Armbanduhr: Wenn Sie sich den Sinn Einsatzzeitmesser EZM 7 S kaufen, sollten Sie ganz schnell in die freiwillige Feuerwehr eintreten oder zumindest alle Fragen zur Brandlöschung beantworten können – belohnt wird dieses Engagement dann mit einer Automatikuhr, die Sie niemals im Stich lässt! Dementsprechend positiv fällt auch das Testergebnis aus, da die watchguide-Redaktion sehr viel Wert auf die Qualität und Alltagstauglichkeit einer mechanischen Uhr legt, und beides stimmt hier bezogen auf den Einsatzzweck.

Test und Text: René Roland Katterwe, Fotos: Jürgen Immes

Bezugsquelle

Firma: Sinn Spezialuhren GmbH

Straße: Im Füldchen 5-7

Ort: 60489 Frankfurt

Web: www.sinn.de

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