Test: Slim Made One – die einfache Uhr

Slim Made ist eine neue Uhrenmarke, die ein neues Lebensgefühl verspricht: Sie möchte das Leben des Uhrenkäufers vereinfachen, was ja ein wirklich gutes Versprechen ist. Zum Markenstart gibt es die Slim Made in 10 unterschiedlichen Farbvarianten sowie mit Leder- oder Metallband. Getestet haben wir das Startmodel One im Hands-on-Praxistest mit unbeschichtetem Stahlgehäuse und Lederband sowie mit hellem als auch mit dunklem Zifferblatt.

7 mm Gehäusehöhe sind die Eintrittskarte für ein unvergleichliches Tragegefühl
Wir haben die Slim Made One sowohl mit hellem als auch dunklem Zifferblatt getestet
Auch am weiblichen Handgelenk machen diese Uhren eine gute Figur
Einzigartig: Das Design der Slim Made lässt sich schwer einordnen
Am Arm gibt die Slim Made eine elegante Vorstellung ab
Das ergonomisch gestaltete Gehäuse ist ein richtiger Handschmeichler
Das sehr weiche Lederband trägt sich unvergleichlich bequem
Die Bodengravur: Einfach ohne technische Angaben und sonstige Schnörkeleien
Konsequent einfach: Das schöne Pappetui passt hervorragend zur Slim Made

Heutzutage ist eine Armbanduhr weder ein unerschwinglicher, aber notwendiger Alltags­gegenstand noch ein unverzichtbarer Modegag – auch im Handyzeitalter ist eine Uhr nicht nur praktisch, die richtige Uhr steigert das Lebensgefühl und spiegelt den persönlichen Lifestyle wieder.

Eine Slim Made soll das Leben vereinfachen, deshalb verzichtet sie auf unnötige Schnörkel. In diesem Sinne ist laut Slim Made „gar keine Uhr“ ganz schlecht, eine Billiguhr vom Wühltisch voll daneben und eine unerschwingliche Edelmarke unnötiger Luxus. Auch der Erwerb einer Slim Made ist konsequent verschlankt: Einfach im Internet auf der Homepage des Herstellers www.slim-made.com bestellen, fertig.

Unboxing

Geliefert wird die Slim Made One in einer umweltfreundlichen Pappschachtel, die dennoch schmuck daher kommt. Die Slim Made One ist eben einfach eine Uhr – ohne Firlefanz, ohne Statusanspruch und ohne unnötigen Ballast, vom Gehäuse bis zur Verpackung. Das nenne ich konsequent! Wer so eine Uhr braucht? Eigentlich jeder, bzw. jede, der oder die sonst die Zeit auf dem Handy abliest, denn die Slim Made ist sowohl Damenuhr als auch Herrenuhr.

Design

Über Design lässt sich bekanntlich hervorragend streiten, nur führt dies meist zu nichts. Deshalb sehen viele Uhren gleich aus, bloß kein Risiko eingehen. Da ist die Slim Made anders: Sie bietet ein einzigartiges Design, das gefällt – oder eben nicht. Ich brauchte ein Weilchen, um mir das ungewöhnliche Design schön zu sehen, ja doch, das meine ich genau so. Es ging mir bei der Uhr wie sonst oft bei einem neuen Automobil – huch, ist das Design sperrig – oder etwa doch nicht?

Nein, am Design der Slim Made ist gar nichts sperrig, im Gegenteil: Colani-Design-Liebhaber werden ihre Freude an ihr haben und Bauhaus-Design-Liebhaber zunächst genauso stutzen wie ich, um dann die vollendete Haptik der Uhr zu bewundern und im Grunde festzustellen: Auch hier folgt die Form der Funktion, nur eben anders, als es unsere Sehgewohnheit erwartet.

So erhält der Käufer / die Käuferin einer Slim Made eine durch und durch designte Uhr mit hohem Wiedererkennungswert, die zunächst niemand preislich einzuschätzen weiß – obwohl sie ganz offensichtlich nicht vom Wühltisch stammt. Dafür sorgt bereits das Logo, welches die Slim Made meiner Ansicht nach besser als Designeruhr kennzeichnet als ein allzu pompöses Firmensignet.

Technik

Auch wenn die Slim Made laut Website eine simplifizierte Uhr ist, so hat sie doch ein hochwertiges Quarzwerk. Auch wenn mir persönlich bei dieser Uhr zwei Zeiger gereicht hätten, so braucht niemand bei der Slim Made auf einen Sekundenzeiger zu verzichten. Die Slim Made soll das Leben ja nur vereinfachen und nicht entschleunigen, um es im Jargon so mancher Einzeiger-Hersteller zu sagen.

Apropos Einzeigeruhr: Hinter Slim Made steht niemand anderes als hinter der Slow, der perfekten Uhr zur Entschleunigung der Zeit. So ist gewährleistet, dass die technische Qualität der Slim Made gesichert ist, da es sich zwar um eine neue Marke, aber um einen erfahrenes Team dahinter handelt. Ich persönlich finde es gut, zu wissen, dass die Slim Made aus seriösen Händen kommt.

Ausstattung

Die Slim Made bietet eine ungewöhnliche Gehäuseform fast ohne Lünette. Hier war sicher ein Designer am Werk, der einem Autodesigner gleich, welcher möglichst große Felgen mit Niederquerschnittsreifen kombiniert, die Lünette gleich ganz weggelassen hat, um dem für die Funktion „Uhr“ entscheidenden Zifferblatt möglichst viel Platz einzuräumen.

Das Gehäuse besteht aus widerstandsfähigem Edelstahl 316L, wie er meist für hochwertige Uhren eingesetzt wird. Hier ist er dezent gebürstet, was einen edlen matten Look ergibt. Beim Uhrglas handelt es sich um ein gehärtetes Mineralglas. Moment mal, kein Saphirglas? Nein, das wäre in einer Uhr dieser Preisklasse kaum realisierbar, schließlich sollen die anderen Komponenten qualitativ auch nicht zu kurz kommen.

Das weiche Lederband ist vom Tragegefühl ein Traum. Ungleich anderen Designeruhren hat es eine Standardbreite von 20 mm und eine Standardbefestigung mit einfachen Federstegen. So lässt sich jederzeit ein anderes Uhrband montieren und niemand muss je ein überteuertes Originalband nachkaufen. Das ist in meiner Sicht ein dicker Pluspunkt für die Slim Made, denn sie soll das Leben ja schließlich vereinfachen. So trägt sie denn auch eine einfache Standardschließe, leider ohne Firmenlogo.

Handling

Das ungewöhnliche Gehäuse der Slim Made erweist sich mit seinen 40 mm Durchmesser und seiner Höhe von 7 mm als Handschmeichler – auch am Arm. Mit ihren 35 g samt Armband trägt sich die Uhr mit unvergleichlicher Leichtigkeit, zu welcher auch das bequeme Lederuhrband beiträgt. Auch wenn es flachere Uhren gibt: die gebogene Gehäuseform lässt einen die Uhr am Handgelenk geradezu vergessen.

Dabei ist die Slim Made auch bei schlecht kontrastierenden Zeiger-Zifferblatt-Kombina­tionen stets perfekt ablesbar, denn hier kommt es auf die richtige Zeigerlänge an und darauf, dass der Sekundenzeiger schmal genug ist, um sich nicht in den Vordergrund zu drängen. Auf die Nachtablesbarkeit wurde zugunsten eines aufgeräumten Zifferblattdesigns verzichtet.

Mit seiner Druckfestigkeit von 5 Bar ist das Gehäuse gut gerüstet für den Alltag, denn das entspricht einer (statischen) Wassertiefe von 50 Metern. Das sind mehr als bei vielen anderen Designer- und vor allem Modeuhren.

Wertigkeit

Auf den ersten Blick lässt sich die Slim Made nicht einschätzen, zu zeit- und klassenlos kommt sie daher. So vermittelt sie eine neue Leichtigkeit als Lebensgefühl und ist als hochwertiger, funktioneller Alltagsgegenstand nicht ohne Charme gedacht. Dass sie mit ihrem funktionellen Gehäuse servicefreundlich aufgebaut ist, versteht sich bei dem erfahrenen Team hinter Slim Made von selbst.

Fazit

Rund 150 Euro ist ein sehr vernünftiger Preis für eine Uhr. Warum? Weil es unvernünftig wäre, sich für eine Alltagsuhr zu verschulden, wo doch schon das Handy den gesamten freien Zeitetat vieler junger Leute frisst, Moment, den finanziellen Etat meine ich natürlich.

So ist es quasi jedermann / jederfrau möglich, eine ganz besondere Designeruhr sein / ihr Eigen zu nennen. So ganz nebenbei spart ein(e) jede(r) jede Menge Zeit dabei, die Zeit einfach auf der Uhr abzulesen, statt jedesmal das Handy hervorzukramen – es soll schließlich auch Leute geben, die das Handy nicht ständig in der Hand halten.

So honoriert die watchguide-Redaktion die Slim Made mit einem Mode-Tipp und hofft, dass durch sie das Tragen einer Uhr für möglichst viele Uhrenmuffel bzw. Handy-Nutzer wieder en Vogue wird.

Test, Text und Fotos: René Roland Katterwe
Models: Melissa Rh und Alesssa

Bezugsquelle

Firma: Blackboard GmbH

Straße: Eppendorfer Weg 1

Ort: 20259 Hamburg

Web: slim-made.com

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