Test: Stowa Antea back to bauhaus 355 – voran zum Ursprung

Die Stowa Antea 355 ist dem Original von 1937 an nächsten: Seither baut Stowa Uhren im Bauhaus-Design. Die watchguide-Redaktion hat der Antea 355 back to bauhaus im Hands-on-Praxistest auf die Zahnräder gefühlt.

Die Stowa Antea 355 kommt der ursprünglichen Stowa von 1937 am nächsten
In der “back to bauhaus”-Variante wurde das Zifferblatt im Bauhaus-Stil aufgefrischt
Die eckigen Bandanstöße sind charakteristisch für das Bauhausdesign
Zifferblattseitig ist das Handaufzugswerk an der kleinen (dezentralen) Sekunde zu erkennen
Bei dem mechanischen Uhrwerk handelt es sich um ein Handaufzugswerk Peseux 7001
Die Dornschließe trägt das Stowa-Logo, eine Faltschließe ist ebenfalls erhältlich
Die drei Standardgrößen der Stowa Antea: 35,5 sowie 36,5 und 39 mm
Die Antea 365 und 390 haben Uhrwerke mit Automatikaufzug
Geliefert werden die Stowa Antea Uhren in einer schmucken Box

Die Stowa-Uhrenlinie Antea „back to bauhaus“ wird in drei Größen gebaut. 35,5 mm durchmisst die kleinste, hier getestete Version. Ergänzend ist die Uhr mit diesem Design auch in 36,5 und 39 mm Durchmesser in jeweils 6 frischen Farben erhältlich – direkt vom Hersteller unter: www.stowa.de

Unboxing

Das 6,9 mm flache Gehäuse ist mit seinem Durchmesser von 35,5 mm nicht besonders groß – für heutige Verhältnisse. In den Zeiten der ersten Stowa-Uhren im Bauhaus-Design wäre die Antea 355 ein riesiger Eyecatcher gewesen und vor der Jahrtausendwende ging dieser Durch­messer bisweilen auch als Herrenuhr durch, heute nehmen sich vorwiegend Damen dieser Größe an.

Die „back to bauhaus“-Kollektion der Antea gibt es in drei Gehäusedurchmessern, dieses ist die kleinste Variante. Die größeren durchmessen 36,5 und 39 mm und sind bis zu 9,2 mm hoch – was immer noch flach ist, insbesondere, da die beiden größeren Modellvarianten Automatik­uhren sind.

Design

Die kleine Handaufzugsvariante Stowa Antea 355 ist quasi das „Original“ unter den Antea-Versionen, da es wie das Vorbild ein Handaufzugswerk mit kleiner Sekunde, aber ohne Datum bietet. Die grüne Variante ist allerdings eine Hommage an die moderne Zeit, doch die Antea 355 ist ja auch mit schwarzem oder weißem Zifferblatt und auch mit klassischer Bauhaustype erhältlich – dann sogar im stattlichen 41-mm-Gehäuse mit großem Taschenuhr-Handaufzugswerk.

Die Schrift der Antea back to bauhaus hat ihre Wurzeln zur Zeit des Bauhauses (1919-1933). Herbert Bayer, damals Lehrer am Bauhaus, hat diesen Schriftfont zwischen 1925 und 1928 entworfen. 1975 haben dann Ed Benguit und Victor Caruso diese Schrift in unterschiedlichen Schnitten weiterentwickelt. Sie schafft damit ein neues Original und hätte damals schon das Modell Antea zieren können. Deshalb hat Stowa das Modell mit dieser Type „back to bauhaus“ genannt.

So hat die Stowa Antea nun ein eigenständiges Zifferblattdesign, während die Antea Klassik ja noch weitgehend auf das ursprüngliche Design der Stowa Bauhaus-Uhr von 1937 zurückgreift, das auch von anderen Firmen genutzt wurde, da die Uhrenhersteller ihre Zifferblätter damals von Zulieferfirmen erhielten, die sich um das Design kümmerten. Doch während Stowa seine Bauhausuhren durchgängig fertigte, sprang so manch andere Firma erst spät auf den Bauhaus-Zug auf.

Technik

In die Stowa Antea 355 ist ein edles Handaufzugswerk Peseux 7001 mit gebläuten Schrauben eingeschalt. Sowohl funktionell als auch konstruktiv gehört dieses Uhrwerk zu den größten Würfen des Uhrenhandwerkes und ist ungeachtet seiner kleinen Bauform als funktionelles Alltagsuhrwerk konzipiert.

Ausstattung

Die Gehäuseform ist für Uhren im Bauhaus-Design typisch form follows function – diktiert das Bauhaus-Designverständnis. So ist alles funktionell und schlicht gehalten und gerade darin liegt in meinen Augen die unvergleichliche Schönheit dieser Gehäuseform, Stahl ist das einzig adäquate Gehäusematerial für dieses reduzierte Design.

Dass die Stowa Uhren damals wie heute als zeitlos wahrgenommen werden, liegt daran, dass sie nach wie vor auf unnötigen Schnickschnack verzichten. Stowa konzentriert sich auch heute darauf, wirklich gute Uhren zum wirklich fairen Preis anzubieten. Heutzutage geht dies noch besser als früher, da nun dank Direktvertrieb über das Internet die Handelsspanne entfallen kann.

Für die Stowa Antea ist zwar auch ein Milanaise-Metallgeflechtband erhältlich, die Uhr wird jedoch klassisch am Lederband getragen und das ist bei Stowa von allerbester Qualität, allerdings standardmäßig mit einer einfachen Dornschließe ausgestattet, immerhin mit Firmenlogo. Gegen Aufpreis gibt es eine praktische Faltschließe.

Handling

Die kleine Stowa Antea passt wunderbar ans Damenhandgelenk. Das formschöne Gehäuse ist geradezu ein Handschmeichler, das Band von bester Qualität. Eine Uhr mit 40 g trägt sich traumhaft leicht. Schade, dass sie der Damenwelt vorbehalten ist, als Mann verstört man mit ihr am Arm heutzutage die Sehgewohnheiten. Was ich mir bei einer Uhr dieser Art noch wünschen würde? Eine verschraubte Krone, obwohl die vorhandene nicht sehr viel Angriffsfläche für unsanfte Stöße bietet.

Wertigkeit

Wie wertvoll ist eine zeitlose Uhr? Eine Uhr, deren Design Jahrzehnte übersteht und niemals zum alten Eisen gehören wird? Deren Saphirglas kratzfest ist? Deren robustes Stahlgehäuse jederzeit wieder aufpoliert werden kann und dann im alten Glanz erstrahlt? Ganz einfach: Wer mit der Stowa Antea sorgsam umgeht, hat mit ihr eine Uhr von bleibendem Wert. Jedenfalls dürfte so manche Frau mit dieser Uhr am Arm eine wesentlich bessere Figur machen als mit einer allzu verspielten oder allzu billigen Modeuhr ohne bleibenden Wert.

Fazit

Schade, dass Männer heutzutage eine Uhr mit 35,5 mm Durchmesser beim besten Willen nicht mehr tragen können, die Stowa Antea 355 ist nämlich eine wunderschöne Uhr mit einem wunderschönen mechanischen Uhrwerk. So ist dieses uhrmacherische Meisterwerk der Damenwelt vorbehalten. Doch es gibt die Antea back to bauhaus ja noch mit Automatikwerk in 36,5 und 39 mm Durchmesser … und als Antea Klassik auch in 41 mm mit Taschenuhrwerk, falls es denn partout ein Handaufzugs-Duo im Partnerlook sein soll …

Test, Text und Fotos: René Roland Katterwe

Bezugsquelle

Firma: Stowa GmbH & Co. KG

Straße: Gewerbepark 16

Ort: 75331 Engelsbrand

Web: www.stowa.de

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