Test: Stowa Flieger DIN Professional – die erste Stowa-Fliegeruhr nach DIN 8330

Seit Freitag, dem 24. Juni 2016, ist es klar: Die Stowa Flieger DIN Professional wird von den physikalischen Belastungen des Flugbetriebs nicht beeinträchtigt. Zuvor hat diese Uhr erstmals einen neuen Test bestanden: Die neue DIN Norm 8330 für Fliegeruhren. Nun ist watchguide an der Reihe mit dem Hands-on-Praxistest der Stowa für Piloten.

Mehr als eine Armbanduhr – ein professionelles Zeitmessinstrument
Die Uhr liegt mit ihrem flachen Boden und den heruntergezogenen Bandanstößen perfekt am Arm
Dank Titan als Gehäusematerial im Vergleich zur Größe geringes Gewicht von 122 g samt Kautschukband
Die in Minutenschritten rastend drehbare 46,8-mm-Lünette ist überaus griffig ausgefallen
45 mm durchmessendes, 13,9 mm hohes massives Uhrengehäuse, Boden und Bandanstöße verschraubt
Das ETA 2824-2 in Chronometerqualität kann durch einen Saphirglasboden betrachtet werden
Faltschließe mit Sicherungsbügel
Tritt schon mit der Verpackung professionell auf: Alu-Flightcase mit schmuckem Umkarton

Gemeinsam mit Stowa hat die Sinn Spezialuhren GmbH 2013 die TESTAF-Norm ins Leben gerufen und nun darauf aufbauend die DIN 8330 für Fliegeruhren. Die deutschen DIN-Normen im Uhrenbereich genießen hierzulande und inter­national höchstes Ansehen.

Zum ersten Mal seit Jahrzehnten wurde 2016 eine vollständig neue deutsche Uhrennorm veröffentlicht, die DIN 8330: Zeitmesstechnik – Fliegeruhren (Teil 1: Anforderungen und Prüfun­gen und Teil 2: Konformitätsbewertung). Sie definiert die Anforderungen an funktional sichere und zuverlässige Fliegeruhren und stellt die Innovationsfähigkeit der deutschen techno­logieorientierten Uhrenindustrie unter Beweis.

Bei zahlreichen konkreten Anforderungen übertrifft die DIN 8330-1 den TESTAF. Dies betrifft insbesondere die verschärften Prüfkriterien für Ablesbarkeit, Vibrationsbelastungen und Bestän­digkeit gegen flugbetriebstypische Flüssig­keiten. Außerdem werden erstmals Anfor­derungen für die Kompatibilität mit Nacht­sichtgeräten definiert.

Unboxing

So tritt die Stowa Flieger DIN Professional schon mit der Verpackung professionell auf: Geliefert wird sie im Alu-Flightcase mit schmuckem Umkarton. Beim Öffnen der Alubox ist sofort unmissverständlich klar: Die Uhr darin ist mehr als eine Armbanduhr – sie ist ein professionelles Zeitmessinstrument.

Was das Aufmacherfoto des Tests angeht, so ist dies natürlich nicht im Krieg entstanden und ich hoffe, dass mit dieser Uhr am Arm niemand in den Krieg ziehen muss: Eine Fliegeruhr kann eben auch in der zivilen Luftfahrt eingesetzt werden und nicht nur beim Militär.

Design

Das Design der Stowa Flieger DIN Professional orientiert sich an den Anforderungen von Flugzeug- und Hubschrauberpiloten. Das Index­zifferblatt besitzt eine Doppelmarkierung bei 12 Uhr, die unverwechselbaren Zeiger weisen jeweils die passende Form und Länge auf und die in Minutenschritten rastend drehbare Lünette ist überaus griffig ausgefallen.

Da tritt das Stowa-Logo auf dem Zifferblatt dezent in den Hintergrund, schließlich ist die ganze Uhr so kontrastreich und reflexionsarm wie möglich konstruiert. Hier geht es nur um die richtige Zeit in jeder Flug- und Lebenslage. Sogar die dezent weiß auf schwarz gestaltete Datumsanzeige bei 6 Uhr kann auf Wunsch entfallen.

Technik

Bei dem robusten Automatikwerk handelt es sich um ein ETA 2824-2 in Chronometerqualität, also eines der zuverlässigsten Uhrwerke überhaupt. Trotz des instrumentellen Charakters der Uhr kann das mechanische Uhrwerk durch einen Saphirglasboden betrachtet werden.

Dass ausgerechnet dieses Großserien-Standarduhrwerk in der Stowa Flieger DIN Professional eingeschalt wurde, gibt mir die beruhigende Gewissheit, dass dieses geradezu unverwüstliche Uhrwerk als allerletztes Instru­ment der Flugumgebung ausfallen wird, wenn der Pilot einmal in Bedrängnis gerät.

Ausstattung

Im Zuge der DIN-Norm wurde das stolze 45 mm durchmessende Gehäuse mit einer griffigen 46,8-mm-Lünette ausgestattet. In Verbindung mit der Bauhöhe von 13,9 mm handelt es sich also um ein sehr massives Uhrengehäuse, doch etwas anderes war bei einer professionellen Fliegeruhr auch nicht zu erwarten.

Was wir allerdings nicht erwartet hatten, ist das im Vergleich zur Größe geringe Gewicht von 122 g mitsamt dem Kautschukband. Titan als Gehäusematerial macht es möglich. Alternativ ist zum gleichen Preis ein schwarzes Lederband mit weißer Naht erhältlich.

Handling

Die Uhr ist von vorne bis hinten professionell konstruiert. So rastet die Lünette satt in präzisen Minutenschritten, die Bandanstöße und der Boden sind verschraubt, die Krone lässt sich besonders leicht ziehen und bedienen. Moment mal, die ist nicht verschraubt? Nein, hier ging offenbar die Bedienung vor, die Uhr ist auch so bis 20 Bar druckfest, das entspricht einer Wassertiefe von immerhin 200 m.

Was das Tragegefühl selbst angeht, so spürt man die je nach Sichtweise 122 g leichte oder schwere Uhr stets am Arm, ohne dass sie allzu schwergewichtig wirkt. Darüber hinaus liegt sie mit ihrem flachen Boden und den herun­tergezogenen Bandanstößen perfekt am Arm an und trägt sich erstaunlich angenehm. Lediglich die Schließe ist aufgrund des notwendigerweise vorhandenen Sicherungs­bügels weniger komfor­tabel als eine Faltschließe ohne Sicherung.

Wertigkeit

Eine Fliegeruhr ist kein Blender und doch fällt sie überall auf. Gerade die Stowa Flieger DIN Professional outet sich mit ihrer ungewöhnlichen Lünette als hochklassiges Zeitmessinstrument, das für die Ewigkeit gebaut zu sein scheint.

Dass obendrein ein Uhrwerk verbaut ist, das auch in Jahrzehnten noch gewartet werden kann, sagt ihr eine lange Lebensdauer voraus, zumal man sich bei einer solchen Fliegeruhr nicht über Mode-Erscheinung oder Zeitlosigkeit zu streiten braucht, es ist eben eine instrumentelle Uhr, Punkt.

Was allerdings erfreut, ist die wachsende Markenbekanntheit und das steigende Insiderimage der Marke Stowa unter Jörg Schauer, der offenbar ein gutes Händchen hat, was die Modellpolitik und die Qualität der Stowa-Armbanduhren betrifft. Über den Wiederverkaufswert einer Stowa braucht man sich keine Gedanken zu machen.

Fazit

Wer jetzt an dieser ersten professionellen Stowa-Fliegeruhr nach DIN 8330 Gefallen gefunden hat, braucht nicht unbedingt den Pilotenschein, denn diese Automatikuhr hat die allerbesten Voraussetzungen, auch den ganz normalen Alltag am Boden unbeschadet zu überstehen und trotz aller Reflexionsarmut stets mit der richtigen Zeit zu glänzen. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, wird sie auch unter den Wolken ihre Fangemeinde finden.

Test, Text und Fotos: René Roland Katterwe

Bezugsquelle

Firma: Stowa GmbH & Co. KG

Straße: Gewerbepark 16

Ort: 75331 Engelsbrand

Web: www.stowa.de

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