Test: Tourby Watches Art Deco Skeleton High Finish – Durchblick für Uhrenfreunde

Tourby Watches aus Hagen in Westfalen ist bekannt für seine Handaufzugsuhren, in denen ein großes, ursprünglich für Taschenuhren gedachtes Uhrwerk tickt, und ebenso für reich verzierte Skelettuhren. Die in den eigenen Werkstätten des westfälischen Produzenten entstandene Art Deco Skeleton High Finish ist eine hochwertige Uhr in zeitgemäßer Größe mit zauberhaftem Charme für Schöngeister.

Art Deco bedeutet „verzierende Künste“
Mechanik pur am Handgelenk …
Auch ein schöner Rücken …
… kann entzücken
Edel: Das Gehäuse mit dem zylindrischen Saphirglas
Selbst die Unruh thront in einer skelettierten Halterung
Das türkische Wort „Tourby“ bedeutet „Stern“
Für die Uhr sind unterschiedliche Etuis erhältlich

Art Deco ist die Abkürzung des französischen Begriffs arts décoratifs; er bedeutet „verzierende Künste“ und bezeichnet eine Strömung der Designgeschichte, entstanden von etwa 1920 bis 1940. Wird die gleichnamige Uhr der Kleinmanufaktur Tourby Watches diesem Anspruch gerecht? Die Eleganz der Form in Verbindung mit der Kostbarkeit der gewählten Materialien charakterisiert diese Epoche ebenso wie die Testuhr. Die Tourby Art Deco Skeleton besitzt als Highlight ein zylindrisch geformtes Uhrglas. In der höchsten von drei Veredelungsstufen wird das solide Schweizer Handaufzugswerk ETA Unitas 6498-1 zu einem uhrmacherischen Kunstwerk veredelt. Die Uhr ist direkt vom Hersteller erhältlich unter: www.tourby.de

Unboxing

Erster Eindruck: Eine schöne, hochwertige Uhr in zeitgemäßer Größe mit einem ganz besonderem Charme für Schöngeister. Tourby Watches ist bekannt für seine Handaufzugsuhren, in denen ein großes, ursprünglich für Taschenuhren gedachtes Werk tickt. Geliefert wird das uhrmacherische Meisterstück in einem edlen Reiseetui aus Leder, welches hervorragend zur Uhr passt.

Design

Skelettuhren sind Geschmacksache. Ich persönlich mag insbesondere Uhren mit schön finissiertem Uhrwerk und Glasboden. Warum also nicht das Zifferblatt weglassen und das kunstvoll verzierte Uhrwerk auch von vorn zeigen?

Auch wenn es der perfekten Ablesbarkeit abträglich ist, sind Skelettuhren eine Liga für sich. Insbesondere dann, wenn die Skelettierung nicht durch eine CNC-Fräse, sondern wie bei der Tourby Watches Art Deco Skeleton High Finish von Hand durchgeführt wurde.

Die wunderschönen und besonders hochwertigen anglierten Stahlzeiger dienen in erster Linie der gegenüber flachen Zeigern besseren Ablesbarkeit und der gegenüber einfachen Messingzeigern besseren Haltbarkeit.

Alle Modell-Varianten verfügen über ein 43-mm-Gehäuse (erhältlich in verschiedener Ausführung) und bieten vorne und hinten Saphirgläser mit beidseitiger Entspiegelung. Die Zeiger sind flammgebläut und die Armbänder bestehen aus echt Louisiana-Alligatorleder. Abgerundet wird die Ausstattung mit einer Edelstahl-Schließe.

Technik

Das Uhrwerk ist in mehrfacher Hinsicht ein absolutes Highlight. Tourby Watches, seit jeher für Handaufzugsuhren wie für seine reich verzierten Skelettuhren geschätzt, veredelt hier das funktionelle ETA Unitas 6397-1 zu einem feinmechanischen Kunstwerk.

Bei den Tourby Skelettuhren kann zwischen drei Veredelungsstufen gewählt werden. Den Einstieg bietet das Model "Standard Finish" mit Skelettierungen, gebläuten Schrauben, skelettierten und polierten Aufzugsrädern, anglierten Kanten und rhodiniertem Werk. Die nächste Stufe "Special Finish Perlage" bietet zusätzlich ein vergoldetes Federhaus sowie Stunden- und Wechselrad in Gold, um einen Kontrast zum rhodiniertem Werk herzustellen. Die Aufzugsräder werden dabei von Hand an der Flamme gebläut und die Zähne nachträglich poliert. Darüber hinaus werden das Werk und alle dazugehörigen Einzelteile komplett perliert mit Hilfe einer kleinen Uhrmacher-Bohrmaschine. Die höchste Stufe bieten die Modelle "High Finish", welche aufwendig von Hand graviert werden.

Ausstattung

Die Art Deco von Tourby Watches gibt es nur in Stahl pur bzw. vergoldet. Obwohl das Gehäuse wie eine Standardanfertigung aussieht, zeigt es sehr harmonische Proportionen und wirkt damit gefälliger als das vieler ähnlicher Zeitmesser. Ihren edlen Touch erhält die Uhr durch die polierte Oberfläche mit den gebürsteten Flanken.

Die Uhrgläser bestehen aus innenentspiegeltem Saphirglas, auch im verschraubten Boden. Was mir besonders gut daran gefällt, ist die sehr schmale Ausführung des Schraubringes, der das rückseitige Glas trägt. So ist das Uhrwerk auch dank des großen Durchmessers der Uhr in seiner ganzen Schönheit sichtbar.

Das Armband aus echtem Louisiana-Alligator-Leder wird in Deutschland hergestellt. Das hellbraune Band harmoniert wunderbar mit der rotgoldenen Variante, dennoch bevorzuge ich an meinen Uhren dunklere Bänder, die farblich zum Gürtel und zu den Schuhen passen. Die Dornschließe trägt das Herstellersignet.

Handling

Eine Uhr mit 43 mm Durchmesser ist zweifelsohne eine große Uhr, die Taschenuhr-Gene lassen sich schwerlich verleugnen. Dessen ungeachtet wirkt die Tourby Watches Art Deco Skeleton High Finish auch aufgrund ihrer Skelettierung alles andere als klobig. Ohne Band wiegt sie knapp 70 g, mit Band und Dornschließe nur gut 80 g.

Das Tragegefühl einer so leichten und trotz ihres ausgewachsenen Durchmessers vorbildlich flachen Uhr mit leicht heruntergezogenen Bandanstößen ist in Verbindung mit dem tollen Band einfach traumhaft. Der Trick: Die Uhr ist ohne Glas gerade einmal 9 mm und mit Glas auch nur etwa 10,5 mm dick.

Das spezielle zylindrisch ausgeformte Saphirglas ist ein Highlight der Uhr: Es erinnert an ein Plexiglas und ist dabei deutlich kantiger als andere bombierte Saphirgläser, die mir bisher begegnet sind. So lässt sich die Uhr trotz Skelettierung auch bei seitlichem Betrachten vergleichsweise gut ablesen.

Das morgendliche Aufziehen des Zeitmessers wird mit der wohlproportionierten Zwiebelkrone zum Genuss. Ebenso gut geht das Einstellen der Uhr von der Hand. Ergonomie betrifft eben die Bedienung genauso wie das Tragegefühl. Zur Alltagstauglichkeit gehört auch die Druckfestigkeit. Trotz ihres antiken Charmes ist die Tourby Watches Art Deco bis 5 ATM druckfest, was im Alltag für eine solche Uhr allemal ausreicht.

Wertigkeit

Die schmale Lünette ist durch das um etwa 1,5 mm hervorstehende Saphirglas bestens geschützt und behält hierdurch und durch eine mehrstufige Formgebung lange ihre unversehrte Schönheit. Auch die stark abfallenden Bandanstöße bieten nur wenig Angriffsfläche für unschöne Kratzer. Bei der rotgoldenen Version ist das auch gut so, denn die lässt sich nicht so einfach aufpolieren wie die Stahlvarianten.

Was die Preisstabilität betrifft, so ist kaum zu erwarten, dass Tourby-Uhren in Zukunft preiswerter werden, der Direktvertrieb kommt einer Preisbindung gleich, und bedingt durch die immer hochwertigere Verarbeitung sind Uhren aus Hagen bereits heute deutlich teurer als noch vor Jahren.

Was den späteren Wiederverkaufswert betrifft, so ist dieser schwer einschätzbar, da die Marke Tourby Watches gerade erst in den Blick der Uhrenfans getreten ist. So bessert sich das Insiderimage der Marke in den letzten Jahren mit praktisch jeder Neuvorstellung. Unserer Einschätzung nach ist sie geradezu ein Geheimtipp.

Fazit

Diese Skelettuhr ist trotz ihrer traditionellen Gestaltung eine ganz besondere Uhr, an der viele kleine, liebevolle Details hervorstechen, die man eher selten bei einer Uhr dieser Art findet. Die Uhr erweckt den Eindruck diskreter Noblesse am Handgelenk und erfordert einen zweiten Blick, um mit dem Auge zu ermessen, welch exquisite Uhrmacherkunst sich zwischen den beiden Saphirgläsern verbirgt.

Test, Text und Fotos: René Roland Katterwe

Bezugsquelle

Firma: Tourby Watches

Straße: Emilienplatz 15

Ort: 58907 Hagen in Westfalen

Web: www.tourby.de

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