Test: Tourby Watches Old Military – inspiriert von alten Militär-Taschenuhren

Die „Old Military“-Modelle von Tourby Watches aus Hagen in Westfalen gibt es wahlweise mit 43 mm oder 45 mm Durchmesser. Die Standard-Modelle der Uhrenmanufaktur haben ein schwarzes Zifferblatt mit C3-Superluminova. Die Vintage-Modelle gibt es mit schwarzem oder weißen Zifferblatt und „Old Radium“-Superluminova. Wir haben uns für einen Hands-on-Praxistest der beiden Vintage-Modelle in 43 mm Durchmesser entschieden.

Die Tourby Old Military gibt es in zwei Größen und drei Zifferblattvarianten
Die Enamel-Variante ist (wie die Vintage-Variante auch) mit „Old Radium“-Leuchtmasse belegt
Old Military Vintage Enamel (Ref. 1405) mit 43 mm Durchmesser
Old Military Vintage (Ref. 1403) mit 43 mm Durchmesser
Das Design der Tourby Old Military erinnert an alte Militär-Taschenuhren
Das Uhrwerk ist durch den großen Glasboden komplett sichtbar
Die Leuchtmasse ist nur innerhalb der arabischen Outline-Zahlen aufgetragen
Schweizer Uhrwerk vom Typ ETA Unitas 6498-1 mit schöner Finissierung
Alternativ zur Dornschließe ist gegen Aufpreis eine Faltschließe erhältlich
Geliefert werden beide Modelle jeweils in einer edlen Lederbox

Die Epoche alter Militär-Taschenuhren begann um die Jahrhundertwende und hatte ihren Höhepunkt zwi­schen den Weltkriegen, sie ist also aktueller denn je zuvor, aber hoffentlich nur beim Uhrende­sign. Später wurde die Taschenuhr durch die Arm­banduhr nahezu ersetzt. An diese Tradi­tion der al­ten Militär-Taschenuhren knüpft Tourby Watches an und bietet diese Modelle in drei Varianten in seinem Webshop an unter: www.tourby.de

Unboxing

Die getestete klassische Variante hat eine galvano­schwarze Oberfläche, einen weißen Druck und grüne Tritec C3 Superluminova mit höchster Leucht­kraft. Dazu gibt es noch zwei Vintage-Sonder­modelle, eines mit schwarzem Antik-Lack und ein weiteres mit einer milch­farbenen Emaille-La­ckierung. Die Vintage-Modelle haben eine leicht bräunliche Leucht­masse, die an alte „Old Radium“-Luminova erinnern soll. Viele alte Militär-Taschenuh­ren sehen durch die gealterte Leucht­masse heute genau so aus.

Design

Während sich bei Armbanduhren ein schlichteres De­sign durchsetzte, waren die alten Militär-Taschen­uhren von übergroßen arabischen Out­line-Zahlen geprägt, deren Inneres mit Leucht­masse aus­gelegt wurde, während die Leucht­masse sonst vollständig auf normalen gedruckten Zahlen aufgetra­gen wurde oder aus Kosten­gründen ganz oder teilweise weggelassen wurde.

Charakteristisch für Militär-Taschenuhren ist außer­dem die Eisenbahnlinie "chemin de fer", die an eini­gen Stellen eine Raute hat. Darüber hinaus hatten alle die kleine Sekunde bei 6 Uhr. Auch die tempera­turgebläuten Zeiger sind mit C3-Leucht­masse ausgestattet.

Viele Militär-Taschenuhren sind sich zum Ver­wechseln ähnlich, da die Designs damals von Zifferblattma­nufakturen gemacht wurden und die Her­steller diese unverändert oder mit geringen Abwei­chungen – und natürlich dem Markenauf­druck – kauften. Militär-Taschenuhren der Schwei­zer Nobelmarken sind bei Sammlern heute noch hoch im Kurs. Daneben gab es aber auch eine Viel­zahl von recht unbekannten Herstellern, die heute nicht mehr existieren. 

Technik

Das mechanische Schweizer Uhrwerk vom Typ ETA Unitas 6498-1 SCDG bietet nach Handaufzug 48 Stunden Gangreserve und tickt mit 18.000 A/h. Das aufwändig dekorierte und finissierte Uhrwerk mit sei­nen 17 synthetischen Rubin­lagersteinen kann durch den großen Glasboden betrachtet werden. Es ist stoßsicher nach DIN Norm 8308 und antimagne­tisch nach DIN Norm 8309.

Ausstattung

Das bis 50 ATM druckfeste Gehäuse (entspre­chend einer statischen Wassertiefe von 50 m) ist gut gerüs­tet für den Alltag: Stahl verkratzt gerade dann nicht so leicht, wenn beispielsweise die Lünette wie bei der Tourby Old Military Handaufzug leicht verrun­det ist, und kann jederzeit wieder so aufpo­liert werden, dass die Uhr fast wie neu erscheint.

Die Uhr hat einen vollverschraubten Boden mit extra großem Glaseinsatz und schmalem Rand, da­mit das außergewöhnlich schön dekorierte Uhrwerk in seiner ganzen Pracht von hinten begutachtet wer­den kann. Ein der Epoche angemessener Stahlbo­den kann ohne Aufpreis anstelle des Glasbo­dens montiert werden. Die Krone ist leider nicht verschraubt.

Das Gehäuse aus solidem Edelstahl wird exklusiv für Tourby Watches nach eigenem Entwurf der Manu­faktur komplett handgefertigt und in den Hage­ner Werkstätten montiert und gebürstet, bevor hier das Uhrwerk eingeschalt und feinreguliert wird. Somit sind auch Sonder­wünsche hinsichtlich polier­ter bzw. gebürsteter Flächen möglich.

Handling

Die 43 mm durchmessende Uhr liegt trotz ihrer Bau­höhe von immerhin 13,35 mm wie an­gegossen am Handgelenk und wirkt durch das 10,5 mm fla­che Gehäuse und das spezielle zylindrisch ausge­formte bombierte Saphirglas deutlich schlanker. So ist das Tragegefühl in Verbindung mit dem hochwerti­gen handge­nähten Lederband geradezu traumhaft und kann durch die Montage einer Falt­schließe mit 50 Euro Aufpreis noch weiter perfektio­niert werden. Ein Alligatorband ist für 100 Euro Auf­preis erhältlich.

Beidseitig mit Saphirgläsern ausgerüstet, ist die Tourby Old Military Handaufzug ein idealer Beglei­ter für alle beruflichen und privaten Gelegenheiten bei Tag und bei Nacht – jederzeit ablesbar und dank des geringen Gewichtes von unter 100 g mit Le­derband nie unangenehm am Handgelenk.

Wertigkeit

Das innen und außen stark randgewölbte front­seitige Saphirglas trägt seinen Teil zum wertigen Ge­samteindruck der Tourby Old Military Hand­aufzug bei. Das Design kann man nur als zeitlos bezeich­nen, die Perfektion liegt hier im Detail: So sind die gro­ßen arabischen Zahlen beispiels­weise nicht kom­plett mit Leuchtmasse belegt, sondern nur inner­halb des Outline-Druckes, wodurch das Ziffer­blatt besonders edel wirkt.

In Verbindung mit der hervorragenden Gehäuse­quali­tät und dem wunderschön finis­sierten und vor allem robusten mechanischen Uhrwerk ist diese Uhr derzeit noch ein Geheimtipp eines klei­nen deutschen Uhren­herstellers, der auf dem Weg zur Insidermarke ist. Da das Standard-Uhrwerk zu­dem auch in Jahrzehnten noch repariert werden kann, dürfen Sie hier beden­kenlos zugreifen.

Fazit

Die Old Military 43 von Tourby Watches aus Hagen in Westfalen ist eine rundum außergewöhnliche Hand­aufzugsuhr. Insider-Image, Verarbeitung Gegen­wert, Preisstabilität und der Wiederverkaufs­wert stimmen hier in jedem Fall, mehr noch: Eine solch hochwertige Komponenten- und Verarbeitungs­qualität sucht in dieser Preisklasse ih­resgleichen. Das ist uns einen Vintage-Tipp wert, auch wenn diese Armbanduhr, insbesondere was Ge­häuse und Uhrgläser angeht, nach neuestem Stand der Technik gefertigt wird.

Test, Text und Fotos: René Roland Katterwe

Bezugsquelle

Firma: Tourby Watches

Straße: Emilienplatz 15

Ort: 58907 Hagen in Westfalen

Web: www.tourby.de

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